EL BUEN SAMARITANO e.V.


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39. Rundbrief mit Berichten über Januar bis Juni 2001



Inhalt:

·        An alle Unterstützer(innen) von El Buen Samaritano

 

§         Protokoll der Mitgliederversammlung am 6.09.2001

 

·        Brief von Hanna-Elisabeth Braungardt

 

§         Kassenbericht Januar bis Juni 2001: In Deutschland

§         Finanzbericht Januar bis Juni 2001: In Perú

 

·        Telmos Bericht über Januar bis Juli 2001

o       Die Arbeit der (Vor-)Schule

o       Soziale Arbeit

o       Kinder, die Stipendien bekommen

o       Beispiele für Familien in José Carlos Mariátegui

o       Mitarbeiter

o       Individuelle Schülerstipendien

·        Bericht von Mercedes Rios über die 1. Grundschulklasse

·        Cocha del Caro Curahuayte im Amazonasurwald

o       Die Arbeit der Schule

o       Die Kirchengemeinde

o       Bericht des Krankenpflegers Arlán Padilla Armas


Sulzbach/Saar, im September 2001

Sehr geehrte, liebe Freundinnen und Freunde von El Buen Samaritano,

dieser Rundbrief kommt, wie schon viele vor ihm, mal wieder zu spät. Mir bleibt nur, Euch einmal mehr um Entschuldigung und Verständnis dafür zu bitten.

Der Grund für die Verspätung liegt allerdings nicht in unserer Untätigkeit, sondern vor allem darin, dass es in den letzten Wochen und Monaten sehr viel mit unseren Partnern in Perú zu korrespondieren gab und daher der Bericht aus Lima letztlich erst vor kurzem vorlag.

Trotz der Bequemlichkeit und der Geschwindigkeit des e-mails ist die Kommunikation nicht immer ganz einfach. Zwischen uns und unseren Partnern in Perú liegen eben nicht nur der Atlantik, die Anden und der Äquator, sondern auch vielerlei soziale, kulturelle und auch die Umgangsetikette betreffende Unterschiede, die das gegenseitige Verständnis bisweilen erschweren. Gerade weil wir partnerschaftlich auf einer Ebene kommunizieren und nicht in einer hierarchischen Ordnung stehen, ist einige Behutsamkeit und Diplomatie vonnöten, um gegenseitige Verletzungen und sonstige Missverständnisse zu vermeiden. Und dann werden wir — auf beiden Seiten — doch wieder und wieder durch die Reaktionen des anderen überrascht.

Ich deute diese Problematik hier nicht an, um mich über sie zu beklagen. Das wäre ja auch sinnlos. Außerdem ist vielleicht gerade dies das Wunderbare an der Funktionsweise von El Buen Samaritano. Denn jede geklärte Frage und jedes ausgeräumte Missverständnis bringen uns ein Stück näher zueinander, bauen gleichsam einen Teil der Mauern, die uns trennen, ab.

Als weiteren Grund für den verspäteten Rundbrief könnte ich die gewichtigen Veränderungen bei El Buen Samaritano e.V. in Deutschland nennen. Seit der Mitgliederversammlung vom 9. Juni hat unser Verein einen neuen Vorstand. Dr. med. Angela Raestrup ist nach acht Jahren als zweite Vorsitzende ausgeschieden, was viele von Euch gewiss ebenso sehr bedauert haben wie ich und was mir anfangs einiges Kopfzerbrechen bereitet hat.

Heute darf ich Euch aber ruhigen Herzens sagen, dass der Wechsel völlig reibungslos vonstatten gegangen ist, was wir zum einen Angela selbst zu verdanken haben, die uns die Unterlagen, die sie verwahrt hatte, und vor allem die gesamte Buchführung in bester Ordnung und hervorragend dokumentiert übergab, so dass wir mit der Einarbeitung keine Probleme hatten.

Wir — das sind außer mir die neugewählte zweite Vorsitzende Hanna-Elisabeth Braungardt und Josef Turad, der sich, versiert in der Arbeit mit Finanzen, zu unserem großen Glück bereitgefunden hat, künftig für El Buen Samaritano e.V. die Kasse zu führen. Beide haben ihre Aufgaben höchst verantwortungsvoll in Angriff genommen, und ihnen verdanken wir es zum anderen, dass El Buen Samaritano e.V. nichts von seiner Leistungsfähigkeit eingebüßt hat.

Ich darf Hanna-Elisabeth Braungardt und Josef Turad Eurem Vertrauen auf das herzlichste empfehlen.

 So könnt Ihr uns erreichen. 

Wie Ihr dem Protokoll unserer Mitgliederversammlung entnehmen könnt, haben wir nicht nur Wahlen abgehalten, sondern auch einige Fragen unserer Arbeit durchaus kontrovers diskutiert.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Erweiterung unserer Vorschule in José Carlos Mariátegui um eine erste Grundschulklasse, die unsere peruanischen Partner mit dem Beginn dieses Schuljahrs vorgenommen hatten (vgl. Titelfoto).

Bei den Bewohnern von José Carlos Mariátegui und bei El Buen Samaritano in Perú stand diese Erweiterung schon seit Jahren ganz oben auf der Tagesordnung. Obwohl es in nicht allzu großer Entfernung eine staatliche Schule gibt, die bislang unsere Vorschulabsolventen aufgenommen hat, war das Bedürfnis groß, eine eigene Grundschule zu haben, in der die Kinder weiterhin eine so gute Betreuung wie zuvor in der Vorschule von El Buen Samaritano bekommen. Telmo hat einmal bildhaft gesagt: "Wir bearbeiten unsere Werkstücke mit der größten Kunstfertigkeit und Sorgfalt, um sie dann einem zu geben, der sie nachlässig und schlampig fertig bearbeitet."

Anfragen aus Perú, ob wir die Erweiterung finanziell ermöglichen könnten (Ihr findet sie in vielen der Berichte in den Rundbriefen der letzten Jahre), mussten wir regelmäßig verneinen, denn natürlich konnte es nicht das Ziel sein, die Grundschule auf Kosten der Vorschule einzurichten, und deren Betrieb verzehrt seit Jahren fast unser gesamtes Spendenaufkommen.

So war es nun eine Eigeninitiative unserer peruanischen Partner, die die erste Grundschulklasse einfach als Pilotprojekt eingerichtet haben. Das Gehalt der Lehrerin wird aus den Schulgebühren (aus der Grund‑ und der Vorschule) getragen.

Die Idee ist, bis zum Beginn des nächsten Schuljahres ein weiteres Klassenzimmer zu bauen, um dann die erste und die zweite Klasse betreiben zu können, im folgenden Jahr dann ein drittes und so weiter, bis alle sechs Grundschulklassen und die drei Vorschulklassen nebeneinander laufen. Die Finanzierung ist freilich ungeklärt und die Schule wird sich auch mit Sicherheit nicht selbst tragen können, zumindest dann nicht, wenn ihre Qualität und ihre soziale Ausrichtung erhalten bleiben sollen.

Diese Art Pläne zu machen entspricht gewiss nicht dem, wie ich und die meisten von Euch vorgehen würden. Andererseits würden wir so etwas vermutlich auch gar nicht erst versuchen, und wir müssen einräumen, dass die meisten Projekte von El Buen Samaritano als Vision und nicht als nachvollziehbarer Plan angefangen haben. Als Telmo und Gloria Casternoque 1990 gemeinsam mit den Bewohnern von José Carlos Mariátegui die erste Vorschule als eines der ersten festen Gebäude in diesem Gebiet zu bauen begannen, schien die Möglichkeit eines jahrelangen regulären Betriebs noch in weiter Ferne zu liegen. Und dass Telmo und Gloria heute wieder etwas Neues in Angriff nehmen, zeigt nur, dass sie sich nicht auf ihren Erfolgen ausruhen, und dass sie trotz der nun schon über ein Jahrzehnt andauernden Förderung durch uns nicht bequem oder gar lethargisch geworden sind. Dass sie es ohne eine Förderzusage von uns tun, zeigt auch, dass sie nicht nur abhängig von uns sind.

Besonders positiv scheint mir an dieser Entwicklung die ungewöhnlich starke Mitwirkung der Bewohner von José Carlos Mariátegui zu sein. Anders als noch vor einigen Jahren wird die (Vor‑)Schule und damit El Buen Samaritano heute praktisch von der gesamten Bewohnerschaft als ihre eigene Angelegenheit aufgefasst, für die sie sich engagieren, und nicht etwa als ein Angebot von außen, das sie nur annehmen oder ablehnen können.

Wie es mit der Grundschule weitergehen wird, ist noch völlig offen. Im Laufe der letzten Wochen bemühten sich Telmo und die Lehrerinnen darum, eine Betriebsgenehmigung von der Schulaufsichtsbehörde zu bekommen. Vor kurzem kam dann die Enttäuschung, der Betrieb sei nicht genehmigt worden. Wenige Tage später dann wieder neue Hoffnung: Die übergeordnete Behörde habe nach zahlreichen Protesten viele ablehnende Bescheide der Schulaufsichtsbehörde wieder aufgehoben. Telmo sagte zu mir: "In Perú ist das Bildungswesen immer ein Experiment."

Aber auch wenn diese Schlacht an der Behördenfront schließlich siegreich verlaufen sollte, bleibt ungewiss, ob der Betrieb und vor allem der stetige Ausbau der Schule realisierbar sein wird, denn die Mitgliederversammlung konnte natürlich auch nicht zusagen, dass El Buen Samaritano e.V. die erforderlichen Mittel dafür aufbringen wird. Im Gegenteil beschlossen wir, unsere Partner in Perú zu ermahnen, zugunsten neuer Projekte keine Abstriche bei der Vorschule und ihrer sozialen Ausrichtung zu machen.

Das habe ich Telmo übermittelt und bei ihm offene Türen eingerannt. Er hat mir einmal mehr fest zugesichert, dass die Vorschule das ist, was auf jeden Fall bevorzugt gefördert wird.

Besonders über diese ganze Thematik der Erweiterung der Schule haben wir in den letzten Wochen und Monaten sehr viel mit Telmo korrespondiert und vieles geklärt. Aber offene Fragen bleiben immer, und das Internet kann die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Deshalb glaube ich, dass es gut wäre, wenn wir Telmo Casternoque möglichst bald wieder einmal nach Deutschland einladen und er möglichst viele von Euch kennen lernen bzw. wiedersehen und möglichst viele von Euren Fragen beantworten kann. Wie groß das Interesse an persönlicher Information ist, konnte ich bei einigen Kurzvorträgen erfahren, die die ehemalige freiwillige Helferin Verena Brenner und ich gemeinsam beim Schulfest der Langgaßschule Mössingen durchführten.

Wie schon bei Telmos erstem und bisher einzigem Besuch 1993 würde der Schwerpunkt wieder eben auf der Information liegen; allein durch sie, nicht durch irgendwelche Formen aufdringlicher Spendenwerbung, würden wir hoffen, neue Spenderinnen und Spender zu gewinnen. Und wer weiß — vielleicht können wir ja doch einmal eine Grundfinanzierung für den Betrieb der Grundschule ermöglichen...

Viele herzliche Grüße

Euer

 

Holger v. Rauch                 

(alter und neuer Vorstand)


Bei der Mitgliederversammlung am 9.06.2001


Brief von Hanna-Elisabeth Braungardt

Ich möchte mich hiermit kurz als die neue zweite Vorsitzende von El Buen Samaritano e.V. vorstellen: Zu El Buen Samaritano e.V. bin ich vor zwölf Jahren "geraten", als mein ehemaliger Schüler am Quenstedt-Gymnasium Mössingen, der jetzige Vorsitzende von El Buen Samaritano e.V., Holger von Rauch, frisch aus Peru zurückkehrte, wo er Telmo Casternoque kennengelernt hatte. Die soziale und missionarische Arbeit von Telmo hatte ihn so beeindruckt, dass Holger sehr schnell einen Stifterkreis gründen wollte, damit Telmo einen regelmäßigen Betrag bekäme, mit dem er seine gute Arbeit finanzieren könne.

Von Holgers Enthusiasmus ließ ich mich schnell anstecken und trug mich sofort als Dauerspenderin ein und unterstütze ihn dabei, einen regelmäßigen Spenderkreis aufzubauen. Sehr beeindruckt war ich dann von der persönlichen Begegnung mit Telmo im Jahre 1993 hier in Deutschland. Überwältigend war unsere Perureise vor anderthalb Jahren anlässlich des zehnjährigen Bestehens von El Buen Samaritano e.V., bei welcher mein Mann und ich großartige Menschen kennengelernt haben, die trotz der so großen und manchmal so hoffnungslos erscheinenden Armut immer wieder unvorstellbaren Mut und Hoffnung und Tatendrang an den Tag legen. Derartigen Mut und Tatendrang zu fördern wird immer mein Anliegen sein.

Nachdem Dr. med. Angela Raestrup aus beruflichen Gründen den zweiten Vorsitz nicht mehr wahrnehmen konnte, habe ich mich auf Holgers Anfrage entschlossen, mich als zweite Vorsitzende aufstellen zu lassen, und wurde auf der Mitgliederversammlung am 9. Juni gewählt.

Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit aller Spenderinnen und Spender und fordere alle auf, immer den persönlichen Kontakt zu uns Vorsitzenden zu suchen, wenn es Fragen, Probleme oder einfach nur Bemerkungen zu machen gibt. Der persönliche Bezug zu unseren peruanischen Partnern war von Anfang an das, was ich an El Buen Samaritano e.V. besonders beeindruckend fand, und dieser wird weiterbestehen, ebenso wie (hoffentlich) der persönliche Kontakt möglichst vieler Spenderinnen und Spender zu uns Vorsitzenden und untereinander.

In diesem Sinne grüße ich euch alle herzlichst,

Eure

Hanneli Braungardt


Telmos Bericht über Januar bis Juli 2001

Lima, im September 2001

An den Verein El Buen Samaritano e.V.

Deutschland

Wir wollen diesen Bericht beginnen, indem wir jedem einzelnen von Euch einen herzlichen Gruß von allen Mitgliedern und den Vorschulbediensteten, die wir bei El Buen Samaritano in Perú arbeiten, senden.

Mit großer Zufriedenheit wollen wir daran erinnern, dass unsere Arbeit hier in Perú gemeinsam mit dem Verein El Buen Samaritano e.V. in Deutschland schon über ein Jahrzehnt andauert, wobei ein Schwerpunkt in der sozialen Arbeit, konkret im Bildungswesen gesetzt wird.

Die Ergebnisse dieser zehn Jahre der Arbeit zeigen, wie viel zugunsten der Bevölkerung von José Carlos Mariátegui getan werden kann. Wir glauben, dass das Werk unserer beiden partnerschaftlich verbundenen Organisationen ein konkreter Beitrag für Perú ist. Deshalb sind wir allen unseren Freunden, den Spendern, sehr dankbar, auch Einrichtungen wie der Wilhelm Oberle Stiftung und den Weltläden in Freiburg und Nehren. Ferner den Leitern, den Lehrern und dem Verwaltungspersonal. Genauso auch denen, die uns mit ihren Gebeten unterstützen. Sie alle waren stets an unserer Seite bei unserer aufopferungsvollen sozialen und missionarischen Arbeit.

Jetzt wollen wir unseren deutschen Freunden eine Nachricht übermitteln, die sie, so glauben wir, auch erfreuen wird. Die Nachricht ist, dass wir seit April dieses Jahres das Unterrichtsprogramm unserer Schule erweitert haben. Es handelt sich darum, dass wir die Vorschule um den Grundschulbereich (erste Schulklasse) erweitert haben.

Die Lehrerinnen und die Kinder vor der Schule

 In der Folge will ich Euch dies erläutern:

1. Schon seit vier Jahren haben uns die Eltern unserer Vorschulkinder und die Bewohner von José Carlos Mariátegui in ihren Versammlungen ständig darum gebeten, dass wir unser Bildungsangebot auf den Primarbereich ausdehnen sollen, damit ihre Kinder ihre Studien in derselben Schule fortsetzen könnten.

2. In diesem Gebiet, José Carlos Mariátegui, haben viele Familien keine finanziellen Mittel zur Verfügung, um ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen, und entscheiden sich dafür, ihre Kinder von den staatlichen Schulen zu nehmen und sie zum Bonbons verkaufen auf die Straße zu schicken. Das ist die traurige Realität.

3. Unser Ziel ist es, die Qualität des Bildungsangebots im Grundschulbereich zu verbessern und die Not der armen Familien in José Carlos Mariátegui durch unser Stipendienprogramm zu lindern.

Nun will ich Euch darüber informieren, WIE dieses Bedürfnis, dieser Traum der Bewohner von José Carlos Mariátegui Wirklichkeit wurde. Gott sei Dank dafür, dass uns im Februar 2000 der Verein El Buen Samaritano e.V. aus Deutschland Geld für den Beginn der Bauarbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur unserer Vorschule schickte. Bei dieser Arbeit wirkte die Bewohnerschaft von José Carlos Mariátegui, die Familienväter und selbst die Kinder mit. Bei dieser Gelegenheit bauten wir dann auch gleich ein erstes Klassenzimmer für die Grundschule an. Dieses konnten wir mit Fußboden, Verputz, Türe, Fenstern, und der Ausstattung mit Schulbänken und Stühlen, erst in den Monaten Januar bis März 2001 fertig stellen, so dass wir den Betrieb im April dieses Jahres aufnehmen konnten.

Was den Betrieb unserer Grundschule betrifft, müssen wir klar sagen, dass sie in diesem Jahr 2001 als eine Art Pilotprogramm laufen wird. Für dieses Modell haben wir uns entschieden, nachdem wir schon von unserer Vorschule her die Erfahrung haben, dass es uns fast zwei Jahre sehr aufwändiger Behördenverfahren gekostet hat, bis wir die Betriebsgenehmigung bekamen. Mehrmals wurden wir von Beamten besucht, die jedes Mal vielerlei auszusetzen hatten, doch glücklicherweise konnten wir allem nachkommen und schließlich wurde unsere Vorschule anerkannt. Wir hoffen, dass sie uns diesmal nicht so viele Hindernisse bei den Dokumenten und der Infrastruktur in den Weg stellen, so dass wir möglichst bald unsere Anerkennung bekommen und in den Dauerbetrieb gehen können.

Die für den Grundschulbereich zuständige Lehrerin ist Frau Mercedes Ríos de Rutta. Für ihre Bezahlung haben wir mit den Eltern der Kinder vereinbart, dass für dieses Jahr 2001 ihr Gehalt aus den monatlichen Schulgebühren, die die Schüler bezahlen, bezahlt wird. Ich füge Euch den Bericht der verantwortlichen Lehrerin bei.

Soziale Arbeit, die die Familie Gloria und Telmo Casternoque durchführt:

Ich will dem Verein El Buen Samaritano e.V. in Deutschland meinen übergroßen Dank dafür aussprechen, dass er mich seit dem Jahr 1993 bis heute mit US-$ 300 monatlich unterstützt. Dieses Geld erlaubt es mir, mich voll und ganz der Arbeit und der Entwicklung von El Buen Samaritano hier in Perú zu widmen.

Außer meiner großen Verantwortung, über ein gutes Funktionieren der Vorschule und ihre Weiterentwicklung zu wachen, habe ich auch noch andere Aufgaben innerhalb von El Buen Samaritano, zum Beispiel:

— Freiwilliger Koordinator der PROMUDEH (Förderung der Frau und der menschlichen Entwicklung):

Meine Arbeit besteht darin, in Koordination mit dieser staatlichen Einrichtung Fälle von Misshandlung oder Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen durch ihre Eltern oder andere Personen sowie Misshandlungen von Frauen durch ihre Gatten und sonstige Menschenrechtsverletzungen zu betreuen. Im bisherigen Verlauf dieses Jahres haben wir zwei Fälle von Kindern unter zehn Jahren angezeigt, die von ihren eigenen Vätern misshandelt wurden.

— Betreuung ausländischer Freunde und freiwilliger Helfer:

Ich empfange Personen und Organisationen, die die Arbeit von El Buen Samaritano kennen lernen wollen, sowie junge freiwillige Helfer, die aus Europa (Deutschland und Frankreich) zu uns kommen. Hierfür wende ich einige Zeit auf: Ich gehe zum Flughafen, um sie abzuholen, und verabschiede sie dort auch wieder bei ihrer Rückreise, und das zu jeder Tages‑ oder Nachtzeit. Den freiwilligen Helfern erkläre ich genau, wie unsere Arbeit funktioniert, später werden sie in ein bestimmtes Programm integriert, um für eine bestimmte Zeit (ein, zwei oder drei Monate bis zu einem Jahr) mitzuarbeiten.

— Das Programm rescate [Rettung] ("Die sauberen Köpfe"):

Jeden Donnerstag arbeiten wir im Programm rescate und "Die sauberen Köpfe". Unsere Arbeit machen wir unter einer Brücke mitten im Zentrum von Lima, etwa 200 Meter vom Regierungspalast entfernt am Ufer des Rímac-Flusses. Dort versammeln wir uns mit den Straßenkindern, den pirañitas, singen mit ihnen christliche Lieder, lesen Bibeltexte, waschen den Kindern die Haare, schneiden ihnen die Haare, treiben ein bisschen Sport, versorgen ihre Verletzungen und schließen unseren Besuch mit einem feinen Mittagessen ab, das sie selbst zubereiten. Das Geld für diese Unternehmungen kommt aus meiner Tasche, von der Kirche und von der Wilhelm Oberle Stiftung.

Außerdem arbeiten wir mit Rehabilitationszentren zusammen, damit diese Kinder dort aufgenommen werden können. Wenn wir zum Beispiel schwere Erkrankungen antreffen, bringen wir die Kinder ins Krankenhaus, wie zum Beispiel im Fall einer dreizehnjährigen Jugendlichen, die Coquito genannt wird. Sie hatte schwere Schwangerschaftsbeschwerden. Wir helfen auch Personen, die keine gültigen Personaldokumente haben, diese Dokumente in Ordnung zu bringen, denn nur mit diesen Papieren können sie sich in die Gesellschaft eingliedern und einen Arbeitsplatz finden. Für diese Aktivitäten habe ich eine Gruppe von jungen Leuten aus unserer Kirchengemeinde in José Carlos Mariátegui gewonnen, die mir helfen. Im Laufe dieses Jahres konnten wir zwei junge Drogenabhängige, Anita und Antonio, beide 25 Jahre alt, in der christlichen Einrichtung REMAR unterbringen.

— Kirchengemeinde:

Des weiteren habe ich Aufgaben als Pastor der Kirchengemeinde. Ich führe vier Mal pro Woche Gottesdienste durch, und zwar:

Dienstag: Gebetsgottesdienst für die Kirchen, die Mission und den Weltfrieden

Donnerstag: Bibelstudien

Samstag: Jugendgottesdienst

Sonntag: Sonntagsschule (vormittags) und Hauptgottesdienst (abends von 19.30 bis 21.00 Uhr)

Außerdem besuchen wir an den Samstagnachmittagen die Menschen in ihren Hütten, um ihnen die erlösende Nachricht vom Evangelium Jesu Christi zu bringen.

— Besuche in den Gefängnissen:

Zwei Mal pro Woche besuche ich eines der gefährlichsten Gefängnisse Perús, das Castro Castro. In diesem Gefängnis sind politische Gefangene, Terroristen und Drogenhändler schweren Kalibers eingesperrt. Der Zweck dieser Besuche ist es, einigen von ihnen dabei zu helfen, Kontakt zu ihren Familienangehörigen herzustellen, ebenso wie die Handarbeiten zu verkaufen, die sie anfertigen. Bei diesen Gelegenheiten versammle ich mich mit ihnen und wir lesen gemeinsam die Bibel. Diese Arbeit mache ich gemeinsam mit Mitgliedern unserer Kirchengemeinde in José Carlos Mariátegui an den Sonntagnachmittagen. Zur Zeit haben wir beispielsweise einen ständigen Kontakt mit zwei Gefangenen in diesem Gefängnis, genauer gesagt im Sektor C. Sie heißen Manuel Villanueva, in Haft wegen Drogenhandels, und Wilmer Castro, in Haft wegen Terrorismus.

— Reise nach der Stadt Camaná im Süden Perús:

Diese Stadt wurde am 24. Juni durch ein schweres Meerbeben und eine Flutwelle zerstört. 30.000 Familien kamen zu Schaden und Hunderte von Menschen verschwanden in den Fluten des Meeres. El Buen Samaritano war in dieser Region präsent und solidarisierte sich mit den Opfern. Für drei Tage arbeitete ich als Freiwilliger beim Roten Kreuz mit. Meine Aufgabe war es, Lebensmittel und Medikamente zu verteilen. Ich muss leider erwähnen, dass die Behörden bei der Verteilung der Lebensmittel nicht gerecht waren, denn ich konnte beobachten, dass die Hilfen zunächst zu Personen kanalisiert wurden, die den Beamten nahe stehen und nicht direkt zu denen, die betroffen waren. Ich will ferner erwähnen, dass ich drei Familien beim Wiederaufbau ihrer Hütten geholfen habe.

Bilder der Verwüstung in Camaná

— Reise nach dem Dorf Vinoncuro im Amazonasurwald:

Diese Reise unternahm ich in Begleitung meiner Ehefrau Gloria und meines Sohnes Daniel. An diesem Ort wurde ein Missionarstreffen veranstaltet, bei dem sich 25 Kirchen am Ufer des Flusses Ucayali versammelten. Nur wenn sie sich auf diese Weise organisieren, können sie in Zukunft Zugang zu staatlichen Hilfen haben. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg, denn zum ersten Mal kamen viele Kirchen und Pastoren von verschiedenen ethnischen Gruppen der Region zusammen. Jeder von ihnen lobte Gott in seiner Sprache. Es war für mich ein besonderes Erlebnis, an dieser einmaligen Veranstaltung teilzunehmen.

— Gloria María:

Sie hat die Verwaltungsverantwortung für unsere Schule und überwacht die Einhaltung der Lehrpläne, wie sie vom Bildungsministerium vorgeschrieben werden. Ferner kümmert sie sich um die Probleme der Kinder, besucht die Eltern in ihren Hütten. Dort liest sie auch Bibeltexte und betet mit ihnen. Darüber hinaus organisiert Gloria die Schulausflüge und die gemeinschaftlichen Arbeitseinsätze der Eltern. Für den Monat Oktober haben wir beispielsweise einen Ausflug nach Chosica (zwei Stunden außerhalb von Lima) geplant. Diesmal wollen wir mit allen Kindern von unserer Schule zusammen gehen, denn wir haben Sonderspenden erhalten, die es uns erlauben, diese Kosten zu decken.

Kinder, die Stipendien bekommen

Ein wichtiger Aspekt unserer Vorschularbeit sind die Kinder, die Stipendien bekommen. Dieses Programm läuft seit dem Jahr 1996 bis heute. Beispielsweise in diesem Jahr 2001 wurden zehn Kinder in dieser Weise gefördert, und zwar zwei in der ersten Klasse und acht in den Vorschulklassen:

Die Kinder, die von der Schule ein Stipendium bekommen

Erste Klasse:

1. Nelson Carbajal

2. Gabriela Vásquez

Vorschule:

1. Rosmery Remigio

2. Angélica Gonzáles

3. Claudia Sánchez

4. Gisela Saldaña

5. Olenca Villano

6. David Quintana

7. Jesús Colán

8. Luis Tumbalobos

Zur Gewährung der Stipendien pflegen wir die Familien, die sie beantragen, zuhause zu besuchen und ihre Situation zu evaluieren. In Abhängigkeit vom Ergebnis dieser Evaluation gewähren wir die Stipendien.

In diesem Jahr 2001 haben wir uns mit den Eltern auf folgende Schulgebühren geeinigt: 15 Soles [ca. 9 DM] einmalig für die Einschreibung und 20 Soles [ca. 12 DM] Monatsgebühr (April bis Dezember).


Beispiele für Familien in José Carlos Mariátegui

— Die Familie Colán:

Die Familie Colán vor ihrer Hütte in José Carlos MariáteguiPedro Colán ist 42 Jahre alt und arbeitet als Wächter. Seine Frau María ist 32 Jahre alt und kümmert sich um ihre vier Kinder. Beide stammen aus dem Norden Perús. Ihre Kinder sind: Ronal, Lucero, Petter und Jesús, der älteste ist zehn, der jüngste fünf Jahre alt. Jesús ist der jüngste von allen, er geht in unsere Vorschule und wird durch ein Stipendium gefördert. Als wir diese bescheidene Familie zuhause besuchten, spielte sich gerade ein Drama ab, denn Pedro war für dreißig Tage von seiner Arbeit suspendiert worden. Diese Situation führte für ihn zu einem Chaos, denn er konnte nun nicht einmal mehr etwas zu essen kaufen. Pedro beschloss in dieser Lage, seine Kinder nicht mehr in die Schule zu schicken, denn nachdem er nun nicht einmal mehr Essen kaufen konnte, hatte er erst recht kein Geld, um für seine beiden größeren Kinder, Lucero und Petter, die benötigten Schulutensilien zu kaufen, wie er uns voll Traurigkeit erklärte. Wir halfen ihm mit dem Kauf der benötigten Schulutensilien, und nun gehen die Kinder wieder regelmäßig in die Schule. Sie sind sehr froh und dankbar. Die finanziellen Mittel für diese Ausgaben kamen von der Wilhelm Oberle Stiftung.


— Die Familie Sánchez:

Antonio Sánchez ist 37 Jahre alt und arbeitet als ambulanter Händler. Seine Frau Ana María ist 23 Jahre alt und handelt ebenfalls ambulant mit Süßwaren. Sie haben drei Kinder: Claudia (fünf Jahre), Piero (vier Jahre) und Yampor (zwei Jahre). Claudia Sánchez empfängt ein Stipendium. Dieses Mädchen ist sehr intelligent und malt gern. Ihre Brüder Piero und Yampor gehen in keine Vorschule. Auch diese Familie lebt in einem wahren Überlebensdrama. Die ganze Familie lebt in einer Hütte aus Schilfmatten, Karton und Stecken von etwa 16 Quadratmetern. Antonio leidet an einem schmerzhaften Geschwür an seinem Bein, das ihn kaum erlaubt zu arbeiten, und an einem Nierenleiden. "Ein Unglück kommt nicht allein.", sagte er zu uns. Seine finanzielle Lage erlaubt es ihm nicht, in ein Krankenhaus zu gehen und sich behandeln zu lassen, deshalb ist er sehr erschöpft. Seine Frau wäscht nun zusätzlich für andere Wäsche und bringt so ein paar Groschen nach Hause, um Lebensmittel für die Kinder zu kaufen, das ist die harte Lebenswirklichkeit dieser Familie. Wir helfen mit Mitteln der Wilhelm Oberle Stiftung, indem wir etwas zu Antonios medizinischer Behandlung beisteuern und mit Hilfen für das Herrichten seiner Hütte, sowie mit dem Stipendium für seine Tochter. Derzeit geht es der Familie allmählich etwas besser, und wir hoffen, dass sich die Lage dieser einfachen Familie bald normalisiert.

Diese beiden armen Familien haben uns mit großer Gastfreundlichkeit in ihren Hütten empfangen und haben uns ihre Nöte erzählt, voller Sorgen und vielleicht auch voller Misstrauen, doch stets blickten am Ende unserer Besuche die Gesichter dieser Menschen mit Hoffnung auf uns.

Es ist nicht einfach, liebe Freunde, in so bescheidene Hütten einzutreten, wo man nur Armut und Schmerz vorfindet. Doch man tut uns die Türe auf, und vielleicht sieht man in uns Freunde, denen man vertrauen kann. Bei diesen Begegnungen sind immer die Kinder zusammen mit ihren Eltern dabei und beobachten uns während der ganzen Zeit unseres Besuchs, und am Ende verabschieden sie sich von uns mit einem Lächeln.

Neue Ansiedlungen in José Carlos Mariátegui

Mitarbeiter

— Javier Méndez:

Er ist für die Buchführung von El Buen Samaritano und der Vorschule zuständig. Ferner verrichtet er auch andere Arbeiten, so hilft er bei der Abfassung Texte für den Bericht, bei Behördengängen für die Schule u.s.w.

— Ricardo Candia:

Er unterstützt Telmo bei seinen Besuchen bei den pirañitas, denStraßenkindern. Außerdem wirkt er bei den Gottesdiensten und bei verschiedenen anderen Aktivitäten der Kirche mit.

 

Die Schule verfügt endlich über gute sanitäre Einrichtungen.
Individuelle Schülerstipendien

Neben den zehn Stipendien, die unsere Schule vergibt, erhalten wir auch einen besonderen Fonds von deutschen Freunden, deren Mittel dazu dienen, die Kosten für das Studium folgender Schüler zu decken:

July Chávez, 15 Jahre, zweites Schuljahr der Sekundarstufe [entspr. 8. Klasse]

Nelson Carbajal, sechs Jahre, erste Grundschulklasse

Uriel Quispe, elf Jahre, erstes Schuljahr der Sekundarstufe [entspr. 7. Klasse]

Edison Ramos, neun Jahre, dritte Grundschulklasse.

Wir danken den Menschen, die uns durch El Buen Samaritano ihren solidarischen Beitrag zukommen lassen, um damit diesen guten Schülern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Ferner danken wir aufrichtig:

Der Langgaßschule Mössingen

Dem Ehepaar Henningsen

Der Wilhelm Oberle Stiftung

Dank ihrer Gaben für die Schule in José Carlos Mariátegui konnten wir die Schule einschließlich der sanitären Einrichtungen fertig stellen.

Das ist alles, worüber wir Euch berichten können, ich verabschiede mich von Euch mit einer festen Umarmung.

Aufrecht in Christus

Telmo Casternoque, Missionar


Bericht der Lehrerin in der ersten Grundschulklasse Mercedes Ríos la Rutta

Die Lehrerin in der ersten Grundschulklasse Mercedes Ríos la RuttaAn den Verein El Buen Samaritano

Betreff: Bericht über die Grundschularbeit

Bezug: Bildungsgesetz Nr. 25212

Es ist mir angenehm mich an Sie zu richten, um Sie über folgendes zu informieren:

1. Am ersten Arbeitstag im Monat März versammelte sich das Lehr‑ und das Verwaltungspersonal, um die technisch-pädagogischen Aspekte der Arbeit, also den Lehrplan, den Jahresplan, interne Regelungen, das Organigramm, den Stundenplan und die geplanten Aktivitäten in der Elternarbeit für den Beginn des Schuljahres 2001 zu besprechen.

2. Im Monat März wurde des weiteren die Einschreibung der Schüler für die neue Grundschulklasse vorgenommen. Als Voraussetzungen wurden gefordert: Geburtsurkunde, zwei Passfotos und Impfzeugnis. Auf dieser Grundlage konnten die Karteikarten für die Einschreibung erstellt werden.

3. Am 2. April wurde das Schuljahr in Gegenwart der Lehrerinnen, der Schüler, der Eltern und weiterer Bewohner von José Carlos Mariátegui feierlich eröffnet. Bei dieser Feierlichkeit wurde den Eltern nahegelegt, ihren Beitrag zur Einhaltung der von der Schule festgelegten Regeln zu leisten, um im laufenden Jahr eine normale Bildungsarbeit zu ermöglichen. Bei dieser Feierlichkeit ergriff auch ein Vertreter der Elternschaft das Wort und beglückwünschte den Bruder Telmo und die Lehrerinnen, weil sie endlich den Traum einer Grundschule Wirklichkeit haben werden lassen. Ebenfalls trug hierzu ein Bewohner von José Carlos Mariátegui bei, der die Wichtigkeit der Arbeit betonte, die diese Schule für die Erziehung ihrer Kinder leistet.

4. Der Bildungsaufsichtsbehörde USE wurden die Dokumente zur Beantragung der Anerkennung unserer Schule als Grundschule vorgelegt.

5. Für die erste Grundschulklasse wurden 22 Kinder (10 Knaben und 12 Mädchen) eingeschrieben.

6. Die Kinder in dieser Grundschulklasse tragen die Einheitsuniform, d.h. sie müssen in Uniform zum Schulunterricht erscheinen. Die Knaben tragen ein weißes Hemd, eine hellgraue Hose, einen dunkelgrauen Pullover, graue Strümpfe und schwarze Schuhe, die Mädchen eine weiße Bluse, ein Hellgraues Kleid, einen dunkelgrauen Pullover, graue Strümpfe und schwarze Schuhe.

7. Lehrplangemäß wurde bereits die Evaluation nach dem ersten Trimester (April, Mai, Juni) vorgenommen. In diesem ersten Trimester haben 90% der Kinder das Studienziel erreicht, 10% haben es nicht erreicht. Die Zeugnisse mit ihren Noten wurden den Eltern ausgehändigt.

8. Ergänzend zu meiner Arbeit versammle ich mich mit den Müttern meiner Schüler, um ihnen bei allen Erfordernissen für die Förderung ihrer Kinder zur Seite zu stehen, um so dazu beizutragen, dass die Kinder bessere Lernvoraussetzungen erhalten. Ferner versammeln sich jeden Montag um 14.00 Uhr die Lehrerinnen und die Mütter, um gemeinsam für ihre Nöte zu beten, damit sie in ihrem christlichen Glauben wachsen.

Hochachtungsvoll

Mercedes Ríos la Rutta

Lehrerin in der ersten Grundschulklasse


Cocha del Caro Curahuayte im Amazonasurwald

Die Arbeit der Schule

(Bericht von Telmo Casternoque vom Juli 2001 — HvR)

Das Schuljahr in der Gemeinde El Buen Samaritano begann mit einer Neuigkeit: Dieses Jahr wird die Lehrerin Nadia Manuyama Macedo (22 Jahre) unterrichten. Diese junge Lehrerin ist froh, in der Gemeinde zu arbeiten und die Kinder zu unterrichten. Die Gemeinde gewährt ihr alle Vergünstigungen, damit sie sich wohlfühlen und ihre Arbeit gut machen kann.

Die Kirchengemeinde

(Bericht von Telmo Casternoque vom Juli 2001 — HvR)

Ich berichte Euch, dass der neue Pastor der Kirche in der Gemeinde El Buen Samaritano der Bruder Rómulo Ríos Pacaya, genannt Pelacho, ist. Es gibt eine eigene Kirche, die die Bewohner selbst gebaut haben. Die Gottesdienste finden Dienstags und Donnerstags statt.

Ich will Euch erläutern, dass ich jeden Monat einmal in telefonischem Kontakt mit der Stadt Requena stehe, wo ich mit einem Vertreter von der Cocha del Caro Curahuayte spreche, der mich über alle Entwicklungen und Neuigkeiten aus der Gemeinde auf dem Laufenden hält.


Bericht des Krankenpflegers Arlán Padilla Armas

(Der Bericht ist leicht gekürzt und zusammengefasst. HvR)

Requena, den 20. Juni 2001

Ich grüße Euch im Namen des Herrn Jesus Christus und hoffe, dass Ihr Euch guter Gesundheit erfreut.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte in der Folge von einigen Fällen berichten, in denen wir schnell und präzise handeln mussten, um zu lindern und den Patienten zu helfen.

Der eine Fall war vor zwei Monaten. Der Patient namens Filder Arirua aus der Siedlung Sinar zeigte zunächst Symptome starken Brechdurchfalls und Muskelkrämpfe. Kaum wurden wir von diesem Fall unterrichtet, begaben wir uns schon zu seiner Behausung, wo wir ihn im Zustand schwerwiegender Dehydratation vorfanden. Seine Augen waren tief eingesunken, sein Puls war schwach, die Stimme erloschen. Wir konnten nicht feststellen, ob es Cholera oder eine Infektion war, aber die Symptome deuteten auf Cholera. Wir legten dem Mann eine intravenöse Infusion mit einer neunprozentigen Natriumchloridlösung an. Auf oralem Weg führten wir ihm ferner ein Rehydratationsserum zu. Durch weitere medikamentöse Behandlung konnte sich der Patient in wenigen Tagen erholen.

In einem zweiten Fall stießen bei einem Fußballspiel zwei Spieler so zusammen, dass einer der Spieler eine schwere Platzwunde an der Schläfe erlitt. Ich nähte die Wunde mit fünf Stichen und gab dem Patienten ein Antibiotikum. Er erholte sich schnell.

Der dritte Fall war schwerer:

Frau Francisca Manihuari befand sich am Donnerstag, dem 15. Juni gegen 22 Uhr auf dem Rückweg vom Gottesdienst, als sie am Weg von einer giftigen Schlange der Gattung Bhotros Atros gebissen wurde. In der Medizinstation hatten wir kein Schlangenserum und auch keine ausreichenden Mengen an Antibiotika. Da sich der Zustand der Patientin trotz unserer Sofortmaßnahmen immer weiter verschlechterte, mussten wir sie nach Requena verbringen, um sie dort im Krankenhaus behandeln zu lassen. Ein weiteres Problem war aber, dass wir kein Benzin für den Bootsmotor und auch kein Geld hatten. So liehen wir uns neun Gallonen [ca. 34 Liter] Benzin, mit denen wir ans Ziel kamen. Wir begaben uns zum Krankenhaus, wo wir ein weiteres Problem mit der Bezahlung der Medikamente hatten. Mit einigen Hühnern, die wir dabei hatten, konnten wir für diesen einen Tag alles begleichen. Für den nächsten Tag liehen wir uns 100 Soles [ca. 60 DM], doch das reichte nicht aus, so wandten wir uns an die Behörden, um um Unterstützung anzusuchen. Gott sei Dank wurde uns dort mit allem, was wir benötigten, geholfen. Die Behörden, die uns unterstützten, waren die Stadtverwaltung und die Regionalregierung. Wir erbaten bei denselben Behörden auch Benzin für die Rückfahrt, und bekamen es. Auf diese Weise konnten wir unsere Not überstehen. Dank dem Herrn konnte unsere Schwester sich bald erholen; wenn wir nicht so gehandelt hätten, wie wir handelten, müsste ich heute vielleicht von einem fatalen Ausgang dieser Geschichte berichten.

Die anderen Fälle, die ich zu versorgen hatte, waren leichter zu bewältigen, so gab es Fiebererkrankungen, Bronchitis, Koliken, Verstauchungen, Platz‑ und Schnittwunden, Mykosen, Milben und andere Parasiten sowie weitere Beschwerden, die schnell kuriert werden können.

Meine Damen und Herren, wir bitten um Medikamente, damit wir Fälle wie die beschriebenen behandeln und Kosten sparen können.

Das ist alles, was ich zu berichten habe,

Hochachtungsvoll

Arlán Padilla


Anmerkung: Alle Berichte wurden von
Holger v. Rauch aus dem Spanischen übersetzt.


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