EL BUEN SAMARITANO e.V.


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37. Rundbrief mit Berichten über Juni bis September 2000


Vorschulkinder grüßen


 


 

Sulzbach/Saar, im November 2000

Sehr geehrte, liebe Freundinnen und Freunde von El Buen Samaritano,

in diesem Rundbrief erhält ausnahmsweise vor Telmo Ulrike Sallandt das Wort, die nach vier Jahren wieder in Perú war und qualifiziert berichten kann.

Am leidigen Thema Geld kommen wir leider auch diesmal nicht vorbei:

Nach unserem wiederholten flehentlichen Aufruf um Spenden für die Vorschule kamen in den letzten Monaten einige Einzelspenden, darunter auch besonders hohe, herein, für die wir im Namen derer, denen mit diesem Geld geholfen wird - also vor allem die Vorschulkinder und deren Familien - herzlich danken.

Alle, die die Arbeit von El Buen Samaritano durch einmalige Spenden unterstützt haben, seien hiermit auf das freundlichste dazu ermuntert, die kontinuierliche Arbeit durch monatliche Spenden in beliebiger Höhe (z.B. 20 oder 50 Mark - am bequemsten per Dauerauftrag) zu unterstützen. Nur wenn es uns bald gelingt, das Aufkommen an regelmäßigen Spenden zu steigern, können wir, genauer gesagt, können unsere Partner in Perú weitermachen, ohne Monat für Monat in der Angst leben zu müssen, dass jeden Moment Schluss sein kann.

Allein die monatlichen Gehälter für Telmo, das Vorschulpersonal und Javier, der die Buchhaltung macht und Telmo auch in vielen anderen Arbeitsbereichen unterstützt, sowie für den Krankenpfleger im Amazonasurwald (inzwischen die einzige Aktivität außerhalb von José Carlos Mariátegui, die El Buen Samaritano noch unterstützt) nebst gesetzlich vorgeschriebenen Sondervergütungen und Sozialversicherung belaufen sich derzeit auf monatlich über US-$ 1.500 - beim derzeitigen Dollarkurs sind das fast 3.500 Mark (bei einem Kurs von 1,70, wie noch Anfang 1999, wären es nur etwa 2.550 Mark!). Unsere monatlichen Eingänge, auf die wir uns verlassen können, liegen aber bei nur etwa 2.200 Mark - alles andere sind nicht einplanbare Einzelspenden, die (vgl. Kassenbericht: August) auch ausbleiben können. Im September gerieten wir dadurch (nicht zum ersten Mal) in die Lage, wesentlich weniger überweisen zu können, als zur Deckung der Festkosten notwendig ist.

Die Menschen, die in Perú bei El Buen Samaritano arbeiten, bestreiten mit ihrem Verdienst ihren bescheidenen Lebensunterhalt, und es kann ihnen nicht als Bösartigkeit ausgelegt werden, wenn sie in diesen Fällen mit Kündigung drohen. Wenn nun etwa mehrere Vorschullehrerinnen aufhören würden, würde das einen fatalen Einschnitt für die Arbeit der Vorschule bedeuten.

Diese Gefahr besteht akut.

Wir müssen also unbedingt unsere monatlichen Spendeneinnahmen steigern. Wenn wir das nicht schaffen, müssen wir die Aktivitäten in Perú reduzieren. Wie das gehen soll, müsste dann auf einer Mitgliederversammlung besprochen werden.

Wir haben in letzter Zeit versucht, mit Firmen in Kontakt zu treten, die geneigt sein könnten, die Aktivitäten von El Buen Samaritano zu sponsern. Bislang hatten wir dabei allerdings keinen Erfolg, obgleich derartige Zuwendungen in voller Höhe vom zu versteuernden Einkommen abgesetzt werden können und die Firmen einen gewissen Werbeeffekt durch die Nennung in unseren Rundbriefen erwarten dürfen. (Der Rundbrief hat eine regelmäßige Auflage von mindestens 150 Stück und erscheint ferner im Internet bei www.EBSeV.de).

Vielleicht haben ja manche von Euch bessere Beziehungen zur Wirtschaft als wir.

Euch allen schon jetzt frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2001 und vielen Dank!

Euer

Holger v. Rauch

(Vorstand)


 Kassenbericht Juni bis September 2000: In Deutschland

 Finanzbericht Juni bis September 2000: In Perú


Ulrike Sallandts Bericht über ihren Aufenthalt in Perú von Juli bis September 2000

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von El Buen Samaritano,

im Frühjahr dieses Jahres entschied ich mich recht spontan ein zweites Mal (im Jahr 1996 war ich für neun Monate dort) nach Perú zu fliegen. Sowohl persönliche als auch projektinterne Gründe drängten mich zu dieser Reise.

Ich möchte Ihnen/Euch nun meinen kleinen Eindruck dieser Zeit wiedergeben.

Wie bekannt sein müsste, ist die Vorschule in diesem Jahr umgebaut und renoviert worden. Sie erstrahlt in neuem Glanz und entspricht nun den staatlichen Anforderungen, die in Perú an eine Vorschule gestellt sind. Das Schulgebäude verfügt nun über ein Steindach, besser abgegrenzte Schulräume, was ein weitaus besseres Arbeiten ermöglicht, und vor allem über gute hygienische Bedingungen.

Aus vielen Gesprächen mit Telmo und meinem kurzen Eindruck in José Carlos Mariátegui glaube ich trotz der schwierigen finanziellen Lage, die der ganze Umbau mit sich gebracht hat, dass dieser Schritt lohnenswert war. Daher sehe ich jetzt umso mehr die gemeinsame Verantwortung, die wir und unsere Freunde in Perú zu tragen haben. Zum einen war der Umbau im September noch nicht komplett abgeschlossen, Türen fehlten, die Fertigstellung der Toilette u.a., zum anderen standen/stehen noch Rechnungen aus, die zu begleichen sind.

Dieser Situation muss nun begegnet werden, damit die Zukunft der Vorschule in den neuen Räumlichkeiten gesichert bleibt.

Diese Zukunft ist, und dies habe ich von vielen Eltern der Vorschulkinder mitbekommen, ganz in ihrem Interesse, was sich auch während der Umbauphase gezeigt hat. Ihre Bereitschaft zur Mithilfe und Unterstützung war/ist da. Darüber hinaus besteht auch weiterhin der dringende Wunsch, die Vorschule um die 1. Klasse zu erweitern.

Von Seiten des Staates gibt es in naher Zukunft eventuell die Möglichkeit neben dem Frühstück am Morgen (welches leider durch die hohen Umbaukosten zeitweise eingestellt werden musste) den Kindern ein Mittagessen servieren zu können.

Die momentane prekäre finanzielle Situation ist für Telmo recht schwierig. Denn natürlich ist er es, der die Verantwortung vor Ort zu tragen hat, der die Leute im wahrsten Sinne des Wortes hinhalten muss und sie auf den nächsten Monat vertröstet. Vor allem zeigte sich dieses Problem sehr deutlich im August, da er dem Lehrpersonal zum wiederholten Male weder pünktlich noch vollständig das Gehalt zahlen konnte.

Seit Juli besucht eine Psychologiestudentin namens Sandra Lind dreimal wöchentlich die Vorschule. Sie hat auf mich einen sehr fitten Eindruck gemacht, kennt Telmo schon von der gemeinsamen Arbeit mit den Straßenkindern. Ich hoffe sehr, dass diese Arbeit weiterhin fortgesetzt wird, weil es sich immer wieder zeigt, dass gerade die Vorschule in José Carlos Mariátegui neben dem Lehrauftrag sachlicher Kenntnisse die Aufgabe hat, den Kindern eine individuell abgestimmte Erziehung vor allem auch in sozialer Hinsicht zu bieten. Diese Aufgabe kann sicherlich durch eine psychologische Begleitung nur positiv beeinflusst werden.

Da meine Zeit dieses Mal sehr begrenzt war, hatte ich nur zweimal die Möglichkeit, mit den Straßenkindern zusammen zu kommen. Die von Olivier de Metz ins Leben gerufene französische Organisation Les Enfants du Rio hat diese Arbeit, so mein Eindruck, sehr forciert und es zeigte sich mir eine Art Teamwork zwischen Telmo und Olivier, den ich noch im Juli persönlich in Lima angetroffen habe.

An dieser Stelle erlaube ich mir die Bemerkung, dass es mich persönlich sehr gefreut hat, dass die Erfahrungen, die Olivier im vergangenen Jahr durch seine Mitarbeit bei El Buen Samaritano gemacht hat, ihn zu diesem Engagement motiviert haben.

Nebst Lima besuchte ich auch meine Freunde Marlene und Guillermo Mateo in Tacna. Die Arbeit dort, die in den vergangenen Jahren eher sporadisch von Seiten des Vereins unterstützt wurde, hatte sich in den vergangen Jahren verändert. Die Projekte, aktuell ein gut funktionierender Speisesaal [Anmerkung: Die Tendenz zeigt, dass in naher Zukunft die Unterstützung in diesem Bereich überflüssig wird, denn die staatliche Initiative Proona forciert immer mehr die Lebensmittelversorgung in den ärmeren Gegenden.] in Vista Alegre und eine Nähwerkstatt, die vor allem von Frauen des Speisesaals besucht wird, werden von der Wilhelm Oberle Stiftung Freiburg unterstützt.

Seit ich damals in Perú war, stand immer so ein wenig die Frage im Raum, ob es sich um ein Teilprojekt von El Buen Samaritano handelt oder nicht. Für Telmo war es der Traum von der "großen Familie" El Buen Samaritano zu sprechen, die gemeinsam, "nur" eben an verschiedenen Orten, den bedürftigen Nächsten unterstützt nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" im Horizont des christlichen Ideals der Nächstenliebe. Bei meinem diesjährigen Aufenthalt meine ich, dass zunächst einmal die reine sozialorientierte Arbeit gänzlich unabhängig voneinander läuft, dass rein faktisch in Tacna nicht zwingend von einem Teilprojekt des Vereins geredet werden muss. Die Arbeit wird nicht wirklich von El Buen Samaritano e.V. unterstützt.

Dennoch glaube ich, dass die Entstehung dieses Projektes ebenso wie die Arbeit von Ruth und Mario Morvelí in Cusco unabstreitbar dem Einsatz Telmos zu verdanken ist. Er dachte und denkt noch immer an seine ganzen Missionarsfreunde und deren Familien. Diese Bindung wird niemals zu leugnen sein. Eine Bindung, die freundschaftlich und sicherlich auch aus dem schon erwähnten christlichen Ideal der Liebe untereinander erwachsen ist. Mit diesem Hintergrund finde ich es auch nicht schlimm, die Einsicht zu formulieren, dass aktuell nicht von einer Arbeit El Buen Samaritano in Tacna und Cusco gesprochen werden kann.

So wie Telmo und Gloria in José Carlos Mariátegui arbeiten, so setzen sich Marlene und Guillermo in Tacna ein und so versucht vor allem Ruth (Mario doziert vor allem an der Uni) in Cusco, Projekte einer neuen Bauersiedlung (die Arbeit in Tambo Machay wurde erfolgreich abgeschlossen) und eines öffentlichen Speisesaales umzusetzen. Alle Projekte haben ihren eigenen Sinn und Zweck.

Etwas anders würde ich die Lage in Camaná beurteilen. Zwar erhält Paola auch keine regelmäßige Unterstützung des Vereins, aber die Wurzeln liegen noch nicht so lange zurück und außerdem wird die dortige Arbeit nicht von Seiten der Wilhelm Oberle Stiftung gefördert. Leider konnte ich aus diversen Gründen Paola und Saul nicht besuchen, so dass dies nur eine vage Einschätzung meinerseits ist.

Am Schluss meiner kleinen Berichterstattung wünsche ich Ihnen/Euch eine besinnliche Adventszeit und hoffe, bei dem einen oder anderen die Gedanken wieder ein bisschen mehr Richtung Perú gelenkt zu haben.

Was hindert uns, uns allen ein schönes Weihnachtsgeschenk zu machen?

Grüße aus dem Osten

Ulrike Sallandt

Ulrike Sallandt, Schnorrstr. 23, D-04229 Leipzig, Tel: 0341/ 4014938, e-mail: U.Sallandt@EBSeV.de


Telmos Bericht über Juni bis September 2000

Liebe Freunde,

empfangt einmal mehr unsere Liebe und Freundschaft, wir wünschen uns, dass die soziale Arbeit, die wir tun, uns weiterhin vereinen möge, mit dem Ziel, unseren Freunden in José Carlos Mariátegui weiterhin zu helfen.

Es ist uns wichtig, Euch davon zu berichten, was für Kommentare die Bewohner von José Carlos Mariátegui nach dem Neubau der Vorschule abgegeben haben. Zum Beispiel: An einem Tag kam einer der ehemaligen Bewohnervertreter auf mich zu und sagte: "Bruder Telmo, wie gut ist das! Es war schon lang an der Zeit, dass die armen Kinder aus diesem Gebiet nun nach zehn Jahren über eine sichere Schule verfügen." Und er fuhr fort: "Ich erinnere mich noch, dass Ihr mit einer mit Schilfmatten und Stecken gedeckten Vorschule angefangen habt. Und obwohl es schwierige Jahre hier waren, so habt Ihr doch zu keiner Zeit aufgehört, unsere Kinder auszubilden, Ihr habt mit uns das Gute und das Schlechte durchlebt, und deshalb respektieren wir das, Bruder Telmo." Ich dankte ihm für diese Worte, und sagte ihm, ich würde sie unseren deutschen Freunden ausrichten.

In den vergangenen Arbeitsmonaten kamen wir mit der Renovierung voran: Wir bauten Fenster mit Glasscheiben und neue Eingangstüren ein und brachten einen neuen Anstrich auf. Wir sind sehr zufrieden mit unserer neuen Schule, und so empfinden das alle.

Inzwischen sind auch unsere Beziehungen zum Bildungsministerium unproblematischer geworden. Unlängst reichten wir unsere aktuelle Schülerliste ein. Diese Informationen werden vom Ministerium für statistische Zwecke erhoben. Ferner unterhält unsere Direktorin engen Kontakt zur Schulaufsichtsbehörde und besucht dort regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen - auch um über dortige Richtlinien, die für private Schulen verbindlich sind, gut informiert zu sein.

Vor einiger Zeit bekamen wir auch Besuch von der staatlichen Kommission für die Legalisierung informellen Eigentums, die unsere Vorschule in Augenschein nahm und in den neuen Bebauungsplan eintrug, den diese Kommission derzeit für José Carlos Mariátegui erstellt. Des weiteren kamen auch Beamte des Nationalen Ernährungshilfeprogramms zu uns. Diese Einrichtung führt ein Programm zur Verpflegung von Kindern in der Schule durch. Wir haben einen Antrag gestellt, ab dem nächsten Jahr gefördert zu werden.

Wir wollen Euch auch vom Besuch unserer deutschen Freundin Verena Brenner in unserem Land erzählen. Wir freuen uns sehr, dass wir sie hier bei uns haben. Sie hilft der Lehrerin Liliana, die die Fünfjährigen unterrichtet, und bringt ferner den Kindern drei Mal wöchentlich Englisch bei. Verena ist sehr aktiv, kooperativ und sehr offen, viele Dinge zu lernen. Wir sind glücklich, dass wir sie hier haben. Wir nutzen die Gelegenheit, die Familie Brenner zu grüßen.

Wir freuten uns auch sehr über den Besuch von Ulrike Sallandt. Sie haben wir nach vier Jahren wiedergesehen. Als sie 1996 das erste Mal nach Perú kam, bereiste sie viele Orte, wie Tacna, Cuzco, den Amazonasurwald und José Carlos Mariátegui. An diesen Orten konnte sie die verschiedenen sozialen Aktivitäten kennen lernen. Wir waren alle sehr beeindruckt von ihr, weil sie sehr dynamisch ist und einen solidarischen Geist hat.

In der kurzen Zeit, die sie diesmal bei uns war, hat sie die sozialen Projekte besucht und uns in der Vorschule geholfen. Wir besuchten verschiedene bedürftige Familien und die Schüler. Es freute uns, sie mit dem gleichen Eifer wie früher zu erleben, und wir sprachen viel über Möglichkeiten, die Arbeit besser zu organisieren und über unsere Nöte hier. Wir hoffen, dass sie einiges von unserer Unruhe an Euch mitteilen kann, damit unsere Arbeit wieder auf sichereren Füßen stehen kann. Danke, liebe Uli, für Deinen Besuch, hier wirst Du immer eine zweite Familie haben.

Auch unser Freund Stefan Rohrer kam uns wieder besuchen. Er nahm sich die Zeit, José Carlos Mariátegui zu besuchen und die Arbeit zu sehen, die wir dort tun. Mit ihm und seiner Freundin Kerstin reisten wir auch in den Amazonasurwald, doch leider ergab sich keine Möglichkeit, die Cocha del Caro Curahuayte zu besuchen, denn wir fanden in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung stand, kein geeignetes Boot. Trotzdem verbrachten wir einige Tage in Requena und konnten einige schöne Orte kennen lernen, und ich glaube, es hat ihnen gefallen. Wir wollen für seinen Besuch danken und auch dafür, dass er die Dinge begreift. Vielen Dank.

Ein weiterer Kurzbesuch war der junge Deutsche Johannes. Er wohnte ein paar Tage bei uns und hatte Gelegenheit, José Carlos Mariátegui und die Vorschule mit den Kindern und Lehrerinnen kennen zu lernen. Vielen Dank.

Das Programm rescate

Jeden Donnerstag gehen eine Gruppe Jugendlicher aus der Kirchengemeinde von José Carlos Mariátegui und Ricardo und ich zum Fluss, um uns mit den pirañitas (Straßenkindern) zu treffen. Dort versammeln wir uns, waschen und schneiden ihnen die Haare. Dieses Programm heißt "die sauberen Köpfe". Dann singen wir Loblieder für den Herrn und lesen das Evangelium. All dies in einer Atmosphäre der Brüderlichkeit. In der letzten Zeit wirkt an diesem Programm unsere deutsche Freundin Verena mit, sie ist eine große Stütze.

Die Cocha del Caro Curahuayte

Die sozialen Aktivitäten im Amazonasurwald gehen weiter. In den letzten vier Monaten der Arbeit wurden Patienten aus vier verschiedenen Siedlungen betreut, nämlich El Buen Samaritano, Lago Prado, Las Malvinas und Sinar. Die häufigsten Fälle waren Dysenterie-Erkrankungen. Alle Patienten konnten mit Antibiotika kuriert werden. Der Krankenpfleger Sangama besucht die Siedlungen und behandelt viele Patienten vor Ort. Die Siedler sind für diesen medizinischen Dienst sehr dankbar.

In der Schule gab es aus verwaltungstechnischen Gründen einen Lehrerwechsel, doch das Wichtigste ist, dass der Unterricht regulär stattfindet.

Aufrecht in Christus

Telmo, Gloria, Daniel-Holger, Rebecca Casternoque


Vorschulkinder

Auszüge aus den Berichten der Lehrerinnen über die Arbeit der Vorschule

Mercedes Ríos la Rutta, Direktorin und Lehrerin bei den Dreijährigen:

Bei den Dreijährigen war es in den ersten Monaten des Jahres so, dass die Kinder ihren Kameraden nie etwas von ihren Pausenbroten abgeben wollten, bis sie dazu von ihrer Lehrerin aufgefordert wurden. Es klingt wie eine Anekdote, dass sie inzwischen in das andere Extrem verfallen sind und alle ihre Pausenbrote auf die anderen Kinder verteilen - natürlich in der Erwartung, ihrerseits etwas von den anderen abzubekommen.

Ich habe kontinuierlich Hausbesuche bei einer Familie gemacht, deren Tochter bei uns ein Stipendium erhält. Bei diesen Gelegenheiten konnte ich mich von der großen wirtschaftlichen Not überzeugen, in der diese Familie lebt.

Die Verbesserung der Infrastruktur (Neubau der Schule, Türen, Fenster, Glasscheiben, Anstrich) ist ein großer Erfolg. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten wurde die Ausstattung verbessert, doch an Vielem fehlt es auch noch, so an der Einrichtung der Klassenräume, Büchern etc.

Im August kam das Personal von der Medizinstation zu uns und untersuchte die Vorschulkinder auf Parasiten. Die Kinder, bei denen der Test positiv ausfiel, sind jetzt in entsprechender Behandlung. Ferner wurden die Eltern der Kinder durch das medizinische Personal in präventiven Maßnahmen wie dem regelmäßigen Händewaschen unterwiesen.

Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass im August eine ausgebildete Psychologin in der Vorschule zur Betreuung der Kinder und ihrer Eltern anwesend war.

Gloria María Aliaga Chávez, Lehrerin bei den Vierjährigen

Im Juni behandelten wir folgende Themen:

Körperteile, links und rechts, oben und unten, innen und außen. Wir feierten den Vatertag und wir sprachen über die Bauern und die Lebensmittel, die er anbaut.

Im Juli sprachen wir über die Familie und ihre Mitglieder und über die Symbole unseres Vaterlandes. Außerdem behandelten wir die drei peruanischen Landschaftsräume, Küste, Andengebirge und Urwald, und die Kinder stellten die jeweiligen regionalen Feiertage dar und trugen die entsprechenden Trachten. Vom 21. Juli bis zum 7. August waren die Kinder wegen des Nationalfeiertags in den Ferien.

Gloria und Verena in der Vorschule

Im August kamen die Kinder dann sehr zufrieden und zu Streichen aufgelegt zurück und hatten wenig Lust zu lernen. Wir behandelten die Vokale, die Menschen, die der Gemeinschaft dienen, und das Obst und Gemüse mit seinen Vitaminen.

Im Laufe des Monats September machten die Kinder größere Fortschritte. Die meisten lernten die Vokale kennen und können sie nun auch schreiben. Die Kinder malten, wir pflanzten mit jedem Kind eine Topfpflanze und veranstalteten verschiedene Wettbewerbe anlässlich des Frühlings.

An den Montagen und Mittwochs unterrichtet nun Verena bei uns Englisch. Die Kinder sind sehr froh über den Besuch und die Unterstützung durch Verena.

Liliana Ruiz Huatay, Lehrerin bei den Fünfjährigen:

In den ersten Monaten dieses Jahres kam es vor, dass manche Kinder kein Pausenbrot dabei hatten. In diesen Fällen sagte ich zu den anderen Kindern, dass sie etwas von ihren Pausenbroten mit den Kindern teilen sollten, die nichts zu essen dabei hatten. Inzwischen sehen es die Kinder selbst, wenn einer ihrer Freunde kein Pausenbrot dabei hat, und geben ihnen selbst etwas von ihrem ab, ohne dass ich ihnen sagen müsste, dass sie das tun sollen.

Im letzten Monat besuchte ich die Mutter zweier Kinder, weil die Unterstützung durch die Eltern ungenügend war.

Die Kinder sind in diesem Alter sehr verspielt, doch sie begreifen es schon, wenn ihnen ihre Lehrerin beibringt, dass es Augenblicke des Spiels gibt und andere Augenblicke, in denen gearbeitet werden muss.

Unsere Schule hat in bezug auf die Infrastruktur einen enormen Fortschritt gemacht, aber es müssen noch einige Maßnahmen folgen, zum Beispiel die Türen, Toiletten und eine bessere Ausstattung der Klassenräume mit didaktischem Material.

 

 

 


Anmerkung: Alle Texte außer dem Bericht von Ulrike Sallandt wurden von Holger v. Rauch aus dem Spanischen übersetzt.


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