EL BUEN SAMARITANO e.V.


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36. Rundbrief mit Berichten über Januar bis Mai 2000


Sulzbach/Saar, im August 2000

Sehr geehrte, liebe Freundinnen und Freunde von El Buen Samaritano,

Die frisch renovierte Vorschule von El Buen Samaritano in José Carlos Mariátegui, Canto Grande, Lima, Perú

zuerst die gute Nachricht: Die Renovierung der Vorschule ist abgeschlossen und die Kinder erhalten ihre Vorschulausbildung nun in einem sicheren festen Gebäude, das endlich den Normen des Bildungsministeriums genügt! (Vgl. Berichte im Rundbrief.) Dies wurde möglich dank der vielen Sonderspenden nach unserem Aufruf im letzten Rundbrief, für die wir Euch herzlich danken.

Die schlechte Nachricht ist, dass das Geld leider trotzdem bei weitem nicht ausgereicht hat, und die Renovierung noch nicht bezahlt ist. Die Kosten waren deutlich höher als ursprünglich veranschlagt (wie wohl immer bei Bauvorhaben), und El Buen Samaritano in Perú muss ein hohes Darlehen zurückzahlen. Daher auch in diesem Rundbrief wieder unsere Bitte an Euch, im Kreise Eurer Verwandten und Freundinnen und Freunde nach Menschen zu suchen, die auch gern ein paar Bausteine zu unserem Werk, El Buen Samaritano, beitragen wollen. Wir glauben weiter fest daran, dass es diese Leute gibt.

Leider wurde uns der vormals kostenlos zur Verfügung gestellte Platz im Internet für unsere Homepage gelöscht, so dass unsere Seiten in Zukunft (spätestens ab etwa 10. September) unter einer neuen Adresse zu erreichen sein werden.

Die neue Adresse ist dafür leicht einprägsam: http://www.EBSeV.de/

(Es genügt im Browser EBSeV.de einzugeben.)

Die Einrichtung der Domain ist mein Geschenk an El Buen Samaritano anlässlich meiner Hochzeit mit Darinka, geb. Vujkovičová, am 29. Juli in Kutná Hora (Tschechien), die ich Euch hiermit anzeigen darf.

Bis zum nächsten Rundbrief grüße ich Euch alle herzlich

Euer

Holger v. Rauch

(Vorstand)

PS: Die neue E-mail-Adresse des Vorstandes wird lauten: Vorstand@EBSeV.de

(Die Adresse EBSe.V.@gmx.de bleibt bis auf weiteres auch noch gültig.)

Meine derzeitige Anschrift: Am Friedhof 15 A, 66280 Sulzbach/Saar, Tel&Fax: 06897/568784


 Kassenbericht Januar-Mai 2000: In Deutschland

 Finanzbericht Januar bis Mai 2000: In Perú


Telmos Bericht über Januar bis Mai 2000

Empfangt unsere herzlichen Grüße aus Perú; wir hoffen, dass es Euch und Euren Familien gut geht, mit Gottes Segen.

Liebe Freunde, bevor wir unseren Bericht beginnen, wollen wir den Vertretern von El Buen Samaritano e.V. in Deutschland für die ständige Unterstützung während zehn Jahren danken. Ohne diese Unterstützung hätten wir bedeutende Erfolge nicht erzielen können.

Wir wollen auch hervorheben, dass es in den vergangenen zehn Jahren auch für uns Verantwortliche in Perú eine Herausforderung war, unsere Arbeit zu tun in einer sozial und politisch so schwierigen Zone wie José Carlos Mariátegui. Ein Programm mit höchster Priorität war immer der Bereich der Erziehung und Bildung, und deshalb können wir auf diesem Gebiet auch mit konkreten Ergebnissen aufwarten. Es freut uns, dass das Jahr 1999 das war, in dem am meisten Kinder, nämlich 76, in unserer Vorschule gelernt haben. Ich glaube, dass es dieses Programm war, das uns über die Zeit erhalten hat und uns den Respekt der Volksvertreter wie auch der Bewohner selbst eingebracht hat, auch in Zeiten politischer Unruhen in dieser Zone.

Zu Beginn des Jahres 2000 hatten wir die Absicht, uns um eine Finanzquelle zur Verbesserung der Infrastruktur der Vorschule zu bemühen, und diese Möglichkeit entstand dann im Februar, als uns Dr. Angela Raestrup einen ersten Geldbetrag überwies, der uns erlaubte, die Arbeit in Angriff zu nehmen. Ich will die wichtigsten Faktoren nennen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Werk beinahe vollendet ist: 1) Die guten Beziehungen mit den Bewohnervertretern in José Carlos Mariátegui, 2) die Unterstützung durch die Eltern der Vorschulkinder, 3) die Anerkennung der Vorschule durch den Staat. Aber das wichtigste war die Unterstützung unserer Freunde von El Buen Samaritano e.V.

Die Kosten der Arbeiten beliefen sich auf insgesamt US-$ 6.340,00, von denen bislang nur US-$ 3.030,00 bezahlt sind. Die Differenz von US-$ 3.310,00 ist ein Darlehen, das wir noch zurückbezahlen müssen. Liebe Freunde, wir hoffen, dass Ihr uns versteht und dass wir gemeinsam in diesem neuen Jahrtausend in eine neue Etappe unserer Arbeit gehen können.

Die Kinder haben inzwischen ihre Studien in der neuen Vorschule aufgenommen und sind sehr, sehr zufrieden. Die Vorschule hat nun ein ganz anderes Gesicht, und das Bild, das sie nach außen abgibt, ist das einer sicheren und seriösen Schule. Die Eltern und die Bewohner haben uns beglückwünscht - diesen Glückwunsch gebe ich an Euch alle weiter! Liebe Freundinnen und Freunde, vielen Dank für diese große gemeinsame Anstrengung für unser Land, für einen Beitrag in einer so bedürftigen Zone. Ich glaube, die Jahre der beharrlichen Zusammenarbeit zwischen Perú und Deutschland haben sich gelohnt. Wir können jetzt Projekte machen und daran denken, unsere Arbeit auf lange Sicht weiterzuentwickeln. Mittelfristig haben wir zwei Ziele: 1) Die beste Vorschule überhaupt zu werden, 2) unsere Dienste auf das Grundschulniveau auszudehnen. Ferner wollen wir anstreben: 1) die Qualität der Erziehungsarbeit zu erhöhen, indem wir unser Personal weiterqualifizieren, 2) Einkommensquellen zu schaffen, die es uns erlauben sollen, zumindest 25% der Unkosten selbst zu tragen.

Wir wollen Euch auch berichten, dass uns unlängst einige Beamte vom Bildungsministerium besucht haben. Sie kamen um unsere Vorschule zu inspizieren, und wir nutzten die Gelegenheit, sie durch die Räume zu führen, in denen die Kinder lernen, ihnen das Lehrpersonal vorzustellen und ihnen die Verbesserungen an unserer Vorschule zu zeigen. Unsere Gäste waren mit unserer Leistung zufrieden, beglückwünschten uns und bevor sie sich verabschiedeten, trugen sie sich in unser Gästebuch ein.

Die Vorschullehrerinnen: Liliana, Gloria und Mercedes

Wir wollen Euch nun die neue Direktorin unserer Vorschule vorstellen. Sie heißt Mercedes Florinda Ríos la Rutta und hat an der nationalen Enrique Guzman y Valle-Universität (genannt La Cantuta) Pädagogik studiert und abgeschlossen und hat schon 18 Jahre Berufserfahrung.

Ferner stellen wir Euch die neue Lehrerin Liliana Mercedes Ruiz Huatay vor, die an der privaten San Martín de Porras-Universität Vor- und Grundschulpädagogik studiert hat. Sie hat einen Bachelorgrad und übt ihren Beruf seit fünf Jahren aus. Außerdem ist sie von Beruf auch medizinische Technikerin.

Die Veränderungen in unserem Lehrpersonal folgen ausschließlich administrativen Vorgaben durch das Bildungsministerium. Wir mussten uns nach den neuen Vorschriften richten.

Das Programm rescate

In diesem Programm ist nun eine Gruppe freiwilliger junger Leute aus unserer Kirchengemeinde aktiv. Jeden Donnerstag gehen wir von drei bis fünf Uhr Nachmittags zum Fluss, um zusammen mit den pirañitas (den Straßenkindern) christliche Lieder zu singen, zu beten, Bibelstudien zu betreiben, ihnen die Haare zu waschen und zu schneiden und schließlich zusammen zu essen.

Die Cocha del Caro Curahuayte

Seit unserem letzten Besuch an der Cocha del Caro Curahuayte im Amazonasurwald mit dem Ehepaar Hanneli und Gerhard Braungardt und Cornelia Prauser sind das Gesundheits- und das Erziehungsprogramm viel solider geworden. Wir glauben, dass die Anwesenheit deutscher Freunde als geladene Gäste und als Schirmherren der Eröffnungszeremonien für diese Einrichtungen einen positiven Effekt bei den Bewohnern und den Vertretern der fünf Siedlungen, die bei diesem feierlichen Akt zugegen waren, gehabt hat.

Der Krankenpfleger Sangama leistet eine sehr wichtige Arbeit - nicht nur in der Siedlung El Buen Samaritano, sondern er besucht auch die anderen Siedlungen entsprechend einem Arbeitsplan. An allen Orten untersucht und behandelt er und hält den Eltern Vorträge darüber, wie verschiedene Krankheiten verhütet werden können. Ferner bildet er auch die jeweiligen Gesundheitsbeauftragten in den Siedlungen weiter aus. Für diese Arbeit wird das Motorboot verwendet, und den Kraftstoff bezahlen die Bewohner der einzelnen Siedlungen.

Vor der Schule im Dorf El Buen Samaritano an der Cocha del Caro Curahauyte im peruanischen Amazonasurwald

Die Schule läuft bislang in diesem Jahr 2000 normal. Der Lehrer Wilder Flores führt seine Arbeit auch weiterhin fort, und die Kinder sind sehr froh. Zur Zeit lernen in der Schule 26 Kinder; das Gehalt für den Lehrer wird vom Staat bezahlt.

Aufrecht in Christus,

Telmo Casternoque,

Missionar

 


Auszüge aus den Berichten der Lehrerinnen über die Arbeit der Vorschule

Mercedes Ríos la Rutta, Direktorin und Lehrerin bei den Dreijährigen:

Meine ersten Eindrücke hier in der Vorschule an diesem Ort waren sehr angenehm, da die Leute freundlich sind - die Lehrerinnen und der Träger der Vorschule, wie auch die ganze Gemeinde -, weshalb ich mich hier sehr gut fühle, trotz der Unannehmlichkeit des weiten Anfahrtsweges. Doch der ist schnell vergessen, wenn ich morgens hier ankomme und meine Kinder, die für mich wie eine zweite Familie sind, antreffe.

Gloria María Aliaga Chávez, Lehrerin bei den Vierjährigen:

Ich glaube, das beste in all den zehn Jahren der Arbeit war die Leistung, die Infrastruktur um 100% zu verbessern. Jetzt haben wir wirklich eine Grundlage, um Projekte zu machen und unsere Arbeit in mit einer Vision für die Zukunft zu entwickeln. Die Eltern sind sehr zufrieden darüber, dass ihre Kinder unsere Vorschule besuchen, und wir konnten ihnen in einer Versammlung versichern, dass unsere Lehrerinnen dafür qualifiziert sind, die Qualität der Ausbildung immer weiter zu steigern.

Liliana Ruiz Huatay, Lehrerin bei den Fünfjährigen:

Es ist das erste Mal, dass ich in einer Zone so weit weg vom Zentrum von Lima arbeite. Hier gibt es viel Not, und ich hoffe, durch meine Erfahrung dazu beitragen zu können, dass die Kinder in ihrer Zukunft gut vorankommen.

Luz María Aliaga Chávez, Hilfskraft:

Wie jedes Jahr weinten die neuen Kinder an ihrem ersten Schultag. Für mich war in diesem Jahr alles anders, weil die Vorschule in ihrer neuen Ausstattung erstrahlt. Es dauerte einige Zeit, bis ich mich an dieses neue Bildungszentrum gewöhnt hatte. Meine Arbeit als Hilfskraft macht mir Spaß, ich habe ein zunehmend vertrauensvolles Verhältnis zu den Müttern und den Kindern.


Brief von Rebecca Casternoque

Liebe Freunde!

Ich hoffe, es geht Euch allen gut.

Nun bin ich schon seit drei Monaten wieder in meinem Perú. Meine Ankunft war sehr schön. Ich könnt Euch nicht vorstellen, wie nervös ich war, als nur noch wenige Minuten bis zur Landung blieben. Und dann war ich froh, nach fast einem Jahr meine Familie wiederzusehen. Ich bin froh, hier bei ihnen zu sein, aber zugleich fehlen mir all die lieben Leute, die ich in Deutschland kennen gelernt habe, und vor allem die Freunde, die ich zuhause besuchen durfte, und mit denen ich teilweise mehrere Wochen verbringen konnte. Diese kurze Zeit hat für mich genügt, um diese Leute sehr zu schätzen und enorm lieb zu gewinnen. Ich bin auch froh über die Zeit, die ich mit der lieben Familie Turad verbringen konnte, die mir viel Zuneigung und vor allem Verständnis entgegengebracht hat.

Hier gewöhne ich mich allmählich wieder ein, obwohl es einige Dinge gibt, die mir das ein bisschen schwer machen, aber das wird sich schon geben. In der Schule klappt alles wunderbar; das einzige was mir nicht gefällt, ist dass ich wieder eine Schuluniform tragen muss. In der Klasse ist auch alles bestens, obwohl ich jetzt mit um ein Jahr jüngeren zusammen bin. Was das Deutsche betrifft, so kämpfe ich, damit ich es nicht vergesse. Eine Familie ermöglicht mir, dass ich an einer Sprachenschule weiter deutsch lernen kann, und dort kämpfe ich jetzt mit der deutschen Grammatik, die wirklich schwer ist und mir die meisten Probleme bereitet.

Was mir große Freude bereitet hat, war beim Umbau und der Einweihung der Vorschule dabei zu sein, zu sehen, wie wir alle irgendwie mitarbeiten.

Bevor ich es vergesse: Meine Eltern und mein Bruder lernen nun auch deutsch - in kleinen Schritten, doch mit Eifer.

Damit will ich meinen Brief abschließen, bitte entschuldigt, dass ich Euch nicht früher geschrieben habe. Ich hoffe, es hat Euch gefreut, von mir und meiner Familie zu hören und wünsche Euch schöne Sommerferien, während wir uns hier gut anziehen müssen, denn der Winter kommt.

Bis bald!

Rebecca

 

 


Anmerkung: Alle Texte wurden von Holger v. Rauch aus dem Spanischen übersetzt.

 

 

 


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