EL BUEN SAMARITANO e.V.


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35. Rundbrief mit Berichten über Oktober bis Dezember 1999


Mössingen, im April 2000

Sehr geehrte, liebe Freundinnen und Freunde von El Buen Samaritano,

diesem Rundbrief liegt ein Überweisungsträger bei, mit dem wir Euch alle bitten, im Rahmen Eurer Möglichkeiten einen Sonderbeitrag zur Renovierung unserer Vorschule zu leisten.

Leider ist es weiterhin so, dass unsere Einnahmen durch Spenden nicht mehr ausreichen, um selbst die wichtigsten Kosten der Arbeit zu decken. Der hohe Dollarkurs wirkt sich dabei zusätzlich negativ aus, denn wir überweisen alles Geld in US-Dollar nach Perú.

Außer der Bitte um Beiträge zur Vorschulrenovierung daher auch in diesem Rundbrief wieder ein Aufruf zur Suche nach neuen Unterstützerinnen und Unterstützern!

Die Vorschule muss renoviert werden.

Die Renovierung der Vorschule wurde nötig, weil die baulichen Gegebenheiten nicht dem vom Bildungsministerium geforderten Standard entsprachen. So musste nun das bisherige Welleternitdach durch ein betoniertes Dach ersetzt werden und neue Toiletten gebaut werden. Da die Vorschule in den letzten Jahren ständig fast aus allen Nähten platzte, wird nun bei dieser Gelegenheit auch noch ein kleiner Anbau gemacht.

Es gelang Telmo, viele der Anwohner zur Mitarbeit zu bewegen, und so konnte ein Teil der erforderlichen Maßnahmen bereits in kommunalen Arbeitseinsätzen erledigt werden. Da aber nicht genug Geld für Baumaterial zur Verfügung stand und trotz Bemühens auch nicht aufgetrieben werden konnte, konnten die Bauarbeiten zum Schuljahresbeginn Anfang April nicht fertiggestellt werden. Zur Zeit findet die Vorschule daher behelfsmäßig in der Kirche statt, die zu diesem Zweck allerdings noch weit weniger geeignet ist, als es die Vorschule vor der Renovierung war.

Bei der Arbeit am neuen Dach der Vorschule

Ein wirklich gutes Zeichen ist, dass die Anwohner eine so große Bereitschaft zur Mitarbeit gezeigt haben. Das zeigt, dass die Vorschule von den Menschen in José Carlos Mariátegui wirklich als ihre Vorschule angesehen wird und nicht als ein Angebot, das von außen an sie herangetragen wird.

Auch sonst ist einiges in Bewegung, so werdet Ihr in diesem Rundbrief zum letzten Mal einen Bericht von Nora Guevara lesen. Sie und die zweite Lehrerin Elisabeth Castro sind mit Ende des letzten Schuljahres aus dem Vorschulteam ausgeschieden. Zwei neue Lehrerinnen haben ihre Arbeit bereits aufgenommen.

Über die Arbeit des EMAUS-Ärzteteams ist dieses Mal kein Bericht enthalten. Die Zusammenarbeit wurde ab November aus finanziellen Gründen eingefroren — allerdings besteht Hoffnung, dass sie in Zukunft wieder möglich sein wird. Uns liegt eine Art tabellarischer Bericht vor allem über die intensive medizinische Betreuung der Vorschulkinder vor.

Dieses Programm, das ein sehr wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Betreuung der Vorschulkinder ist, würden wir sehr gern weiter ermöglichen.

Mit herzlichen Grüßen

Euer

Holger v. Rauch

(Vorstand)

PS: Ich habe zur Zeit ein halbe Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes. Meine Anschrift lautet voraussichtlich bis Ende dieses Jahres:
Am Friedhof 15 A, 66280 Sulzbach/Saar, Tel&Fax: 06897/568784, E-mail:
HvRauch@gmx.de


 Kassenbericht Oktober bis Dezember 1999: In Deutschland

 Finanzbericht Oktober bis Dezember 1999: In Perú

Anmerkung: eine Barspende vom Dezember 1999 in Höhe von US-$ 670,00 wurde wie folgt verwendet:
$ 100,00 für Medikamente für die Medizinstation im Urwald
$ 200,00 für die Feierlichkeiten anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von El Buen Samaritano
$ 30,00 für einen neuen Anstrich der Schule im Urwald
$ 140,00 für einen neuen Anstrich der Vorschule in José Carlos Mariátegui, Lima
$ 200,00 für weitere dringende Renovierungsarbeiten an der Vorschule.


Telmos Bericht über Oktober bis Dezember 1999

Empfangt vor allem meine herzlichen und warmen Grüße. Unser geliebter Gott möge Euch segnen und über Euer Leben leuchten.

Wenn Ihr es mir erlaubt, will ich nun ganz allgemein die Geschichte unserer zehn Jahre der sozialen Arbeit zwischen unseren verbrüderten Ländern, zwischen dem Verein El Buen Samaritano e.V. in Deutschland und El Buen Samaritano in Perú erzählen.

Seit im Jahr 1989 ein deutscher Staatsbürger, Holger von Rauch, nach Lima und dort in das Haus der Familie Casternoque kam, hat sich das Leben von Telmo, Gloria und Rebecca Casternoque verändert; denn durch Holger erfuhren wir, dass es auf der Welt viele Orte wie Perú gibt, wo die Menschen hart kämpfen und leiden müssen, aber an einen allmächtigen Gott glauben. Zum ersten Mal konnte man in dem Gebiet Villa María del Triunfo einen jungen Ausländer sehen, der sich mit den Menschen identifizierte, mit ihnen arbeitete und seine Kenntnisse an 25 junge Leute weitergab, denen er drei Monate lang Englischunterricht gab. Einen Tag vor Holgers Rückreise nach Deutschland saßen er und Telmo von neun Uhr abends bis sechs Uhr früh beisammen und sprachen über eine mögliche Kooperation zwischen Deutschland und Perú, die soziale Arbeit ermöglichen sollte. Nur sechs Monate später teilte mir Holger mit, dass er eine Organisation mit Namen El Buen Samaritano e.V. gegründet hatte. Der Name — der barmherzige Samariter — kommt aus der Bibel; Jesus spricht von ihm in einem seiner Gleichnisse. Die Arbeit begann mit einer monatlichen Unterstützung von 200 US-Dollar. Dieser Betrag wuchs dann im Lauf der zehn Jahre nach und nach an. Zur Zeit beträgt der monatliche Grundbetrag 1.900 US-Dollar; hinzu kommen Sonderspenden. In den vergangenen zehn Jahren haben wir insgesamt einen Betrag von etwa 200.000 US-Dollar verwaltet.

Seit 1990 bis heute hat das Haus von Telmo und Gloria nicht aufgehört, Freunde aus verschiedenen Teilen der Welt zu empfangen: Freiwillige Helferinnen aus Deutschland, Franzosen, Italiener, Koreaner, US-Amerikaner, Chilenen, Bolivianer, Kolumbianer, Argentinier, Brasilianer. Alle diese Freunde haben in einer besonderen Weise ihren Beitrag zum Anwachsen von El Buen Samaritano geleistet. Ihnen allen wollen wir aufrichtig danken.

Wir wollen auch den folgenden Personen danken:

Dr. med. Angela Raestrup
Ulrike Sallandt
Hanneli Braungardt
Holger von Rauch
Clemens Oberle

Sie waren die Hauptachsen, die es ermöglicht haben, dass El Buen Samaritano zehn Jahre lang ununterbrochen arbeiten konnte, bei guten zwischenmenschlichen Beziehungen, Vertrauen, Freundschaft, mit einer soliden Basis. Einmal mehr unser aufrichtiger Dank an alle Freunde, die bei El Buen Samaritano in Perú direkt oder indirekt mitgewirkt oder die Verwaltung von El Buen Samaritano e.V. auf sich genommen haben.

Als Resultat all dieser gemeinsamen Anstrengungen während zehn Jahren wurden viele soziale Werke geschaffen, und zwar:

1. Bau einer Vorschule für 60 Kinder mit Frühstück und medizinischer Begleitung in José Carlos Mariátegui. Der ganze Finanzbedarf wurde von 1999 bis heute durch El Buen Samaritano e.V. getragen.

2. Bau einer Grundschule in einer Siedlung der Cocamas im Amazonasurwald namens El Buen Samaritano. Die Lehrergehälter werden vom Staat bezahlt. Die Schule ist seit 1998 in Betrieb.

3. Bau einer Medizinstation in der Siedlung El Buen Samaritano im Amazonasurwald. In dieser Medizinstation arbeitet ständig ein Krankenpfleger, der von El Buen Samaritano e.V. bezahlt wird.

4. Bau einer Medizinstation im Gebiet José Carlos Mariátegui im Jahr 1993. Die Medizinstation wird heute vom Staat betrieben.

5. Ein ständiges Gesundheitsprogramm in José Carlos Mariátegui, das von einem aus einer Hebamme, einem Psychologen und einem Zahnarzt bestehenden Team medizinischer Fachkräfte der Organisation EMAUS durchgeführt wird.

6. Gründung der christlichen Gemeinde El Buen Samaritano in José Carlos Mariátegui durch den Pastor Telmo Casternoque (1993)

7. Einrichtung dreier Volksküchen in José Carlos Mariátegui von 1997 bis 1998, die heute vom peruanischen Staat gefördert werden.

8. Handarbeits- und Schusterwerkstätten, die derzeit von den Bewohnervertretern in José Carlos Mariátegui betrieben werden.

9. Es wurden ferner Direkthilfen geleistet, so wurde 60 Familien wurde mit ihren Behausungen geholfen.

10. Neun Familien verdienen durch ihre Arbeit bei El Buen Samaritano ihren Lebensunterhalt. Sechs Personen haben durch El Buen Samaritano eine Sozialversicherung. Zwei der Lehrerinnen konnten, solange sie bei El Buen Samaritano angestellt waren, ihre Berufsausbildung vervollständigen.

11. Kinder besonders armer Familien (etwa zehn pro Jahr) erhielten die Möglichkeit, die Vorschule kostenlos zu besuchen.

12. Vier Schulkinder in José Carlos Mariátegui und eines im Amazonasurwald erhalten im Rahmen von Patenschaften fortlaufend Unterstützung, die ihnen den Schulbesuch ermöglicht.

13. Mit der Quechua-Bauerngemeinde von Tambo Machay, Cusco wurde ein Dorfentwicklungsprojekt durchgeführt, bei dem unter anderem der Kartoffelanbau stark verbessert wurde. Dank dieser Verbesserungen können nun zwei Ernten im Jahr eingebracht werden. Dieses Projekt wurde von der Wilhelm Oberle Stiftung finanziert.

14. In der Stadt Tacna in Südperú wurden zwei Volksküchen und ein kommunaler Laden eingerichtet.

15. Eine Volksküche wurde auch in der Stadt Camaná eingerichtet. Sie wird von Paola Huamaní geleitet.

16. Einrichtung einer Hebammenpraxis in Camaná, die ebenfalls von Paola Huamaní geführt wird.

17. Insgesamt 150 junge Leute aus Perú haben in den verschiedenen Programmen von El Buen Samaritano mitgearbeitet und Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Viele von ihnen machen jetzt ihre eigene soziale Arbeit.

18. Eine Nähwerkstatt in Chimbote, die von der Familie Tenorio betrieben wird. Dieses Projekt wurde von der Wilhelm Oberle Stiftung finanziert.

19. Die sechzehnjährige Tochter von Telmo, Rebecca, konnte für die Zeit von April 1999 bis März 2000 nach Deutschland reisen, dort deutsch lernen und die deutsche Kultur kennen lernen. Das soll den Beziehungen zwischen Perú und Deutschland dienen.

20. Telmo und Gloria konnten ihr eigenes Haus bauen (1990 wohnten sie noch in einem kleinen Raum, der ihnen nicht gehörte), das für alle Bürger dieser Welt offen steht. Inzwischen können wir unseren Besuchern auch einen gewissen Komfort anbieten. Alle sind in unserer Casa Agape willkommen. Das Wort agape ist griechisch und heißt 'die Liebe Gottes'.

Telmo Casternoque

Liebe Freunde, das sind die Früchte unserer Arbeit in diesen zehn Jahren. Wir hoffen diese gemeinsame Arbeit auch in diesem Jahrtausend fortführen zu können. Wir wollen auch feststellten, dass die peruanisch-deutsche Zusammenarbeit einen Beitrag dazu geleistet hat, Peruaner und Deutsche auf einem Weg der Solidarität, der Kultur, soziale Schichten, Gewohnheiten und Sprachen überwindet, zu vereinen. Wir haben einen kleinen Teil der Welt vereinigt und wir hoffen, das entwickeln zu können, damit wir auch eine Inspirationsquelle für andere Familien sein können, mit dem Segen Gottes.

Euch allen ein glückliches Jahr 2000!

Aufrecht in Christus

Telmo Casternoque

Missionar


Bericht über die Vorschule von Nora Guevara

Mit diesem Bericht möchte ich Euch über die pädagogische Arbeit im Verlaufe des Schuljahres 1999 informieren.

Der Unterricht begann am 5. April, und zunächst hatten wir nur 41 Schüler. Doch in der folgenden Woche stieg die Zahl auf 81 an, was eine Herausforderung für uns darstellte, denn die Vorschule kann wegen der Größe der Klassenräume nur 50 Kinder unterbringen. Wir wussten, dass die Arbeit in diesem Jahr mit so vielen Kindern hart werden würde.

Zehn Kindern gaben wir die Möglichkeit, mit Stipendien die Vorschule zu besuchen. Als Gegenleistung unterstützten uns die Mütter in verschiedenen, von der Vorschuldirektorin bestimmten Aufgaben. Von April bis November hatten die Frauen die Aufgabe, die Frühstückstassen der Kinder zu spülen, später halfen sie dem Reinigungspersonal bei der Reinigung der Vorschule.

Im Mai feierten wir den Muttertag, indem wir die Mütter mit einem gemeinsamen Essen erfreuten, und den "Tag der Vorschulerziehung". Im Juni konnten wir den Vatertag aus verschiedenen Gründen nicht feiern, aber die Arbeit ging mit 76 Kindern weiter, mit denen wir dann den "Tag des Bauern" begingen. An diesem Tag schickten die Mütter ihre Kinder mit Mais, Bohnen, Kartoffeln und Süßkartoffeln in die Vorschule. Am Ende des Monats waren wir sehr traurig, weil unsere Freundin Barbara nach Deutschland zurück reisen musste, nachdem sie ein Jahr in Perú verbracht hatte.

Im Juli begingen wir den "Tag des Lehrers". Leider hatten die Eltern nicht an diesen für uns so wichtigen Tag gedacht, was aber für uns kein Grund war, weniger enthusiastisch weiterzuarbeiten.

In demselben Monat hatten wir uns auf noch einen Anlass vorzubereiten, denn es wurde ein weiteres Jahr der Unabhängigkeit Perús gefeiert. Zu dieser Gelegenheit machten wir einen Umzug mit typischer peruanischer Kleidung, und es gab gutes Essen.

Nach den Ferien hatten wir regelmäßig noch etwa 70 Kinder, wobei die größte Gruppe die Fünfjährigen bildeten. Deshalb arbeiteten alle unsere Freundinnen, die aus dem Ausland kamen, um unser Projekt kennen zu lernen, in der Gruppe der Fünfjährigen mit. So war das auch mit unserer französischen Freundin Nathalie, die zehn Tage lang bei uns war.

Am "Tag der Freundschaft" hatte jedes Kind seinen besten Freund auszuwählen. Wir feierten mit allen ein kleines Fest.

Im Oktober kam unsere deutsche Freundin Cornelia zu uns. Sie arbeitete in den Gruppen der Vier- und Fünfjährigen mit. Gewisse Sprachprobleme waren für uns kein Grund, nicht Freundschaft zu schließen.

Am 4. November machten wir einen Ausflug zu nahegelegenen Andenausläufern, von Lima nach Santa Eulalia, einen Ort, wo es viel freie Natur gibt, Schwimmbäder, Flüsse, Tiere, Kinderspielgeräte. Es war ein schönes Erlebnis, mit den Kindern und den Eltern mit einem Bus dort hin zu fahren. Die Kinder rannten und tobten im Gras herum, badeten sich im Schwimmbad und im Fluss, wir machten viele Fotos. Glücklicherweise kam es dabei zu keinerlei Unfällen. Leider kamen allerdings nicht alle Kinder zu diesem Ausflug mit, weil sie nicht genug Geld hatten.

Im Dezember hatten wir noch 12 Schultage, an denen wir die abschließenden Evaluationen vornahmen und unsere Berichte über die Fortschritte der Kinder erstellten. Am 20. Dezember feierten wir ein Weihnachtsfest mit heißer Schokolade und am 21. schlossen wir das Schuljahr ab.

Etwa 50% der Eltern bezahlten ihre Vorschulgebühren regelmäßig zum festgesetzten Datum; die anderen bezahlten unpünktlich, manche blieben über zwei bis drei Monate säumig und in einigen Fällen bezahlten sie gar nicht. Einige nahmen ihre Kinder aus der Vorschule.

Wir hoffen, dass die Arbeit mit der Vorschule hier in José Carlos Mariátegui weitergehen kann, damit so die Lebensqualität der Kinder in diesem Gebiet erhöht werden kann.

Abschließend verabschiede ich mich von Euch mit einer festen Umarmung und wünsche Euch gemeinsam mit Euren Familien ein glückliches Jahr 2000.

Nora Guevara Rebata

Direktorin und Lehrerin


Bericht von Gloria Aliaga de Casternoque, Lehrerin bei den Vierjährigen

(Der Bericht ist gekürzt. H. v. Rauch)

Der Dezember war für mich ein besonderer Monat, nicht nur wegen Weihnachten, sondern auch weil ich nun schon seit neun Jahren als Lehrerin in José Carlos Mariátegui arbeite. Wenn ich die Kinder sehe, wie sie ihre Aufgaben machen und spielen, so erfüllt mich das mit großer Befriedigung.

Ich habe für die Kinder meiner Gruppe eine abschließende Evaluation abgegeben; alle können nun in die nächste Stufe wechseln. Die Eltern sind im allgemeinen zufrieden mit der Arbeit der Lehrerinnen und das ermutigt uns, uns immer weiter fortzubilden und für die Kinder in José Carlos Mariátegui das beste zu geben.

An Weihnachtsbasteleien machten wir Karten, Weihnachtsfigürchen, und all das in einer liebevollen und warmen weihnachtlichen Atmosphäre. Am Weihnachtsfest bekamen die Kinder eine Tasse heiße Schokolade und ein Stück Weihnachtskuchen. Zu diesem Fest wurden auch die Kinder aus der Kirchengemeinde und der Nachbarschaft eingeladen.

Nach dem Schuljahresabschluss am 21. Dezember, nachdem wir den Eltern die Zeugnisse für ihre Kinder ausgehändigt hatten, nahmen wir, die wir in der Vorschule arbeiten, einschließlich Cornelia, die Zeit zusammen zu essen. In einer Atmosphäre von Freundschaft und Liebe sprach jede von uns ein bisschen über ihre Arbeit, über die Vorschule, über die Kinder und darüber, wie dankbar wir El Buen Samaritano e.V. dafür sind, dass er Jahr für Jahr unsere Arbeit in der Vorschule unterstützt und ermöglicht, dass Jahr für Jahr viele Kinder ihre Vorbereitung auf die Schule bekommen.

Viele Segenswünsche!

Gloria


Bericht von Ricardo Candia über das Programm rescate

Liebe Freunde und Brüder in Deutschland, viele Grüße!

Ich will Euch einleitend sagen, dass die letzten drei Monate des Jahres 1999 für das Programm rescate sehr arbeitsam und segensreich waren.

Im Oktober fand der Besuch der französischen freiwilligen Helferinnen von der Organisation Les Enfants du Rio statt. Diese Organisation wurde 1999 in Paris von unserem Freund Olivier de Metz gegründet, nachdem er drei Monate lang (von Februar bis April 1999) bei El Buen Samaritano im Programm rescate mitgearbeitet und Erfahrungen gesammelt hatte. Diese Organisation macht jetzt ihre Arbeit mit den "Straßenkindern" direkt und unabhängig von El Buen Samaritano.

Die Freiwilligen, die dann kamen, um mitzuarbeiten und für die Arbeit mit Straßenmenschen Erfahrungen zu sammeln, reisten im Oktober 1999 mit Telmo an die Cocha del Caro Curahuayte. Von der letzten Oktoberwoche bis zum 16. November machten wir an sechs Tagen in der Woche Besuche. Véronique de Ferrières und Nathalie Coloigner arbeiteten in dieser Zeit intensiv mit. Später, ab dem 25. November, kamen andere französische junge Leute, wie Yukiko, Marion, Benjamin und Valérie. Alle besuchten die Ufer des Flusses Rímac, die Trujillo- und die Santa-Rosa-Brücke. Sie leisteten soziale Hilfen, unterhielten die Straßenkinder und gaben ihnen Freundschaft und Solidarität. Wir müssen erwähnen, dass die französische Organisation im Dezember beschlossen hat, ihre Projekte und Programme unabhängig durchzuführen. Auch jetzt kommen französische Freiwillige mit ihren eigenen Zielen. Eins davon ist zu versuchen, in Lima ein Haus für die Straßenkinder einzurichten. Wir wollen auch sagen, dass die Beziehungen zwischen El Buen Samaritano und der Organisation Les Enfants du Rio brüderlich und herzlich sind.

Wir wollen auch darüber informieren, dass die Deutsche Cornelia Prauser sich sehr mit der Arbeit für die Straßenkinder identifizierte und mit ihren Besuchen bei ihnen einen großen Beitrag leistete, vor allem bei dem Ausflug an den Strand und noch mehr durch ihren großen Beitrag für das Weihnachtsfest, den sie mit Hilfe ihrer Freunde und Verwandten ermöglichte. Vielen Dank an El Buen Samaritano e.V., dass er eine freiwillige Helferin geschickt hat, die so wirkungsvoll im Programm rescate mitgearbeitet hat und vielen Dank auch an Cornelia Prauser.

Liebe Freunde, Gott segne Euch

Ricardo Candia


Bericht von Cornelia Prauser über ihre Mitarbeit bei El Buen Samaritano

Seit zwei Wochen bin ich jetzt ja schon wieder im kalten Deutschland, und bevor ich Euch von den letzten Monaten dort berichte, danke ich Euch ganz herzlich für die Unterstützung und Organisationshilfe für meinen Aufenthalt innerhalb von El Buen Samaritano in Perú. Für mich ist es eindrucksvoll, wie der Verein innerhalb von zehn Jahren so aufgebaut werden konnte, und ich bin sehr froh, dass auch ich ein bisschen mitwirken konnte. Natürlich sind nicht alle Eindrücke von der Arbeit dort durchweg positiv, doch der Sinn der Arbeit und der Unterstützung überwiegt.

Wie ich Euch ja schon geschrieben habe, habe ich in den letzten Monaten viel mit den pirañitas [Straßenkindern] gearbeitet. Telmo hatte mir angeboten, dieses Programm wieder neu aufzubauen, nachdem er gesehen hatte, wie viel mir an der Arbeit mit den Kindern liegt. Über dieses Angebot und dieses Vertrauen habe ich mich sehr gefreut. Deshalb beschreibe ich Euch auch gerne meine Arbeit dort innerhalb rescate.

Doch zuerst ein bisschen Allgemeines zu den Straßenkindern von Lima:

Zur Zeit leben ca. 800 Kinder und Jugendliche (zwischen sechs und 35 Jahren) zum Teil schon in zweiter Generation, meistens Jungs, in den Straßen von Lima. Hauptgründe für das Verlassen ihrer Familien ist einmal die Armut und psychische und physische Misshandlungen in den Familien. Doch gleichzeitig hängen die Kinder sehr an ihren Familien, wollen alle unbedingt zurück, doch nicht so krank, dreckig und ohne Geld, wie sie sind.

Was ich konkret mit den Kindern gemacht habe, ist sicherlich schwer vorstellbar, denn auch ich musste am Anfang erst akzeptieren, dass es eine Arbeit ohne sichtbares Ergebnis ist, und dass das Einzige, was zählt, die Zeit ist, die man mit den Kindern verbringt.

Wie ich ja schon erzählt habe, bin ich zu dieser Arbeit mit den Straßenkindern gekommen, da eben anfangs zwei Französinnen von Oliviers Organisation Les Enfants du Rio, die ja auch die Gesundheitsstation im Urwald gebaut haben, auch in Telmos Haus wohnten. So bin ich schon während meiner Arbeit in der Vorschule in meiner Freizeit immer wieder zu den Straßenkindern gegangen.

Nachdem wir nach den Weihnachtsferien begannen in José Carlos Mariátegui eine Kinderkirche und einen Jugendtreff aufzubauen, und ich noch die Schule strich, beschloss ich bis zum Schluss meiner Zeit in Lima zu bleiben. Ich arbeitete also jeden Tag mit den Straßenkindern, abends und an den Wochenenden dann mit Telmo in der Kirche in José Carlos Mariátegui.

Die Arbeit mit den pirañitas:

Wir trafen uns mittags mit den beiden Franzosen (von der Organisation Les Enfants du Rio) und zwei Peruanern, die uns bei den Kindern sahen und beschlossen auch mitzuhelfen. Zusammen gingen wir dann in den "Rio" zwischen der Puente Trujillo und Punte Sta. Rosa, mit dem Ziel ein bisschen Freude und Fröhlichkeit zu den Kindern zu bringen, damit sie für einige Stunden vielleicht ihre Drogen vergessen und eventuell ein bisschen mehr Sinn in ihrem doch so zukunftslosen Leben sehen können. Wir saßen einfach bei ihnen, hörten zu, erzählten, trösteten, spielten Karten oder Ball. Ab und zu kam auch Telmo mit seiner Gitarre mit, wir sangen und tanzten zusammen.

An anderen Tagen wuschen und schnitten wir ihnen die Haare, um gegen die Läuse anzukämpfen.

Natürlich dauerte es eine Weile bis uns die Kinder akzeptierten, Vertrauen fassten, doch sehr bald waren sie stolz auf ihre "weißen Freunde". Auch die peruanische Bevölkerung und die Polizei wunderten sich sehr über unseren freundschaftlichen Kontakt zu den pirañitas. Besondere Festtage waren die Ausflüge, die wir ein Mal pro Monat ans Meer, in einen Park, in den Zoo ... machten. Von dem großen Weihnachtsausflug habe ich ja schon berichtet.

Strahlende Kindergesichter oder ein Straßenkind, das zu seiner Familie zurückkehrte und uns frisch gewaschen, mit neuen Kleidern im "Rio" besuchte, waren schöne Bestätigungen für unsere Arbeit.

Seit ich wieder hier bin, haben mich viele gefragt, wie ich mit diesen Kindern und dem Elend dort umgehen konnte. Vieles ist mir auch erst hier im Nachhinein klar geworden, und ich werde Euch ein bisschen davon erzählen:

Ein Kind sagte einmal zu mir: "Ich möchte jetzt nichts mehr mit Weißen zu tun haben, das Einzige, was sie hinterlassen, ist Traurigkeit."

Das hat mich sehr getroffen, doch es war die Wahrheit. Und so darf man den Kindern keine Familie ersetzen, man darf keine Abhängigkeit schaffen, denn wir haben die Verantwortung für die Kindern nicht nur solange wir dort sind, sondern auch und noch viel mehr eigentlich, wenn wir wieder gehen. Und so musste jeder von uns seiner Art finden, mit den Kindern und der Arbeit am Fluss umzugehen.

Für mich war das die Vorstellung als "Clown" zu ihnen zu gehen, der alles erträgt, was an diesem Mittag auch kommt und nur für die Kinder da ist, um sie für einige Stunden glücklich zu machen.

Eigentlich ist diese Vorstellung nur eine Art "Selbstschutz", da es nicht immer so einfach ist, bei den Kindern zu sein.

Denn am Anfang kostet es schon Überwindung, mit den kranken, verlausten, nach dem Klebstoff, den sie schnüffeln, riechenden Kindern wie mit Freunden umzugehen, und gleichzeitig diese Welt mit dem bekannten europäischen Luxus zu vereinbaren. Auch das Verhalten der oft unter Drogen stehenden Kinder ist nicht immer leicht zu verkraften. So war es auch sehr gut, dass wir in der Gruppe mit den Franzosen und Peruanern zusammen gearbeitet haben, denn oft fand nach der Arbeit bei einer Flasche Inkakola ein Gedankenaustausch statt, was uns allen sehr gut getan hat. Zum Abschied schenkten mir die pirañitas eine bemalte Perúflagge, einige kamen sogar noch mit zum Flughafen.

Obwohl ich dachte, dass mir der Abschied von diesem Land sicherlich sehr schwer fallen würde, bin ich mit einer großen Zufriedenheit wieder nach Deutschland gekommen, einfach fünf Monate auf der anderen Seite der Welt gelebt zu haben.

Zur Zeit arbeitet die Gruppe weiter, und Telmo geht auch ein Mal pro Woche in den Rio. Wir konnten auch einige Jugendliche aus seiner Kirche für den Kontakt mit den Straßenkindern gewinnen. Und so läuft rescate auch jetzt noch weiter, was mir persönlich natürlich sehr wichtig ist. Und ich hoffe, dass dieses Programm auch Zukunft hat.

Vielleicht kann ich mit diesem Bericht ein bisschen von meiner Begeisterung für rescate weitergeben.

Blicke ich nun auf diese fünf Monate zurück, so mache ich dies mit einem Lächeln im Gesicht:

Cornelia Prauser beim Sylvesterfest von El Buen Samaritano im Amazonasurwald

Da ist die Familie Casternoque, die mich in ihrem Haus als "Tochter" aufgenommen hat, und wo ich mich wirklich als Teil der Familie fühlte, Javier, der sich dort ja um die Finanzen kümmert, mit dem ich oft organisatorische Dinge besprochen habe, dessen zurückhaltende Art aber gleichzeitig sein unheimlich großer Einsatz für El Buen Samaritano sehr beeindruckend ist. Und die verschiedenen Tätigkeiten, zuerst in der Vorschule, dann in der Kirche (Kinderkirche und Jugendtreff), die Renovierung der Vorschule und zuletzt die Arbeit mit den pirañitas, all das hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ich habe sehr viele Erfahrungen gemacht, Eindrücke von Land, den Leuten und der Kultur gesammelt, und gleichzeitig gesehen, wie sinnvoll die Arbeit von El Buen Samaritano ist.

Was ich auf jeden Fall in Perú gelernt habe ist, dass wenn man ein Ziel, einen Traum hat, es immer möglich ist, diese in Realität umzusetzen.

Und so konnte ich sechs Jahre nachdem Telmo und Holger in meiner Klasse am Quenstedt-Gymnasium (ich war damals 12) von Perú erzählten, tatsächlich für einige Zeit mit den Menschen dort leben. Als ich am 29.2.2000 in Lima ins Flugzeug stieg, verließ ich zwar das Land, doch in mir wird immer ein Stück Perú weiterleben!

Eure Cornelia


Bericht über die Cocha del Caro Curahuayte von Telmo Casternoque

Vom 26. Dezember 1999 bis zum 5. Januar 2000 hatte unser Dorf El Buen Samaritano Besuch von unseren deutschen Freunden Hanneli und Gerhard Braungardt und Cornelia Prauser. Gemeinsam reiste ferner die Familie Casternoque, Telmo, Gloria und Daniel-Holger, um verschiedene Aktivitäten auszuführen, und zwar vor allem:

1. Das zehnjährige Jubiläum der Arbeit von El Buen Samaritano in Perú und Deutschland zu feiern

2. Einweihung der Medizinstation

3. Begehung des neuen Jahrtausends mit sechs Dörfern gemeinsam.

4. Sportwettkämpfe

5. Gemeinsames Verbrüderungsessen mit den Vertretern und den Gesundheitsbeauftragten der sechs Dörfer

Nach einer langen Reise von zwanzig Stunden auf einem Frachtschiff von Iquitos (der Hauptstadt des peruanischen Urwaldgebietes) über den Amazonas und den Ucayali kamen wir zu der Stadt Requena, die einschließlich des ihr zugerechneten Umlandes etwa 23.000 Einwohner hat.

Dann reisten wir über den Ucayali und ein Stück weit durch einen überschwemmten Wald (dieser Durchgang heißt Caño Mayaso) zu dem neuen Dorf, dem seine Bewohner selbst den Namen El Buen Samaritano gegeben haben. Die Siedlung war am 30. September 1996 von Telmo Casternoque und Javier Méndez gegründet worden. Sie besteht aus 12 Familien; insgesamt 51 Einwohner.

Die Vorschule im Dorf ist vom Staat anerkannt. Derzeit wird sie von 30 Kindern besucht.

Die unlängst eingeweihte Medizinstation versorgt sechs Dörfer. Der Krankenpfleger Manuel Sangama erhält seinen Monatslohn von El Buen Samaritano e.V.

Bei der Eröffnung der Medizinstation von El Buen Samaritano an der Cocha der Caro Curahuayte im Amazonasurwald

Die Anwesenheit unserer europäischen Gäste war für die Anwohner der Cocha del Caro Curahuayte etwas Besonderes. Das zehnjährige Jubiläum wurde ein wahres Fest. Kinder, Erwachsene und alte Menschen feierten wie nie zuvor. Das Programm des Tages 31.12.1999 begann um 10 Uhr früh. Um diese Zeit kamen die benachbarten Gemeinden, um an verschiedenen Wettkämpfen teilzunehmen.

Das Programm des Tages begann mit der Eröffnung der Medizinstation. Die Schirmherrschaft über die Eröffnung übernahmen die älteste Bewohnerin, Frau Alejandrina Huaratapairo, der Bürgermeister des Dorfes Las Malvinas, Herr Walter Arirama, der Krankenpfleger Manuel Sangama und unsere deutsche Freundin Hanneli Braungardt. Der Eröffnung wohnten die Bewohner, deren Vertreter und die Gesundheitsvertreter der sechs Dörfer an der Cocha del Caro Curahuayte bei, nämlich Sinar, Las Malvinas, Lago Prado, Zapote, Bagazán, Alfonzo Ugarte.

Im Anschluss wurden folgende Wettkämpfe abgehalten:

Sackhüpfen
Schwimmen (je ein Teilnehmer pro Dorf)
Wettessen
Eierlauf

Beim Schwimmwettkampf war die Cocha del Caro Curahuayte einmal zu durchschwimmen. Gerhard Braungardt, der El Buen Samaritano e.V. vertrat, kam als dritter von neun Teilnehmern ins Ziel. Cornelia Prauser und Hanneli Braungardt nahmen ebenfalls teil.

Das anschließende Kurzfußballturnier zwischen sechs Mannschaften wurde von der Gemeinde Sinar gewonnen. Der Preis war ein Lederfußball, den die Kirchengemeinde Nehren (Deutschland) gespendet hatte.

Am Ende der Wettkämpfe dankte Telmo allen Teilnehmern.

Beim Sylvesterkinderfest von El Buen Samaritano im Amazonasurwald

In der Folge gab es ein Kinderfest. Unser aufrichtiger Dank an Barbara Franz, deren Sonderspende es ermöglicht hat, Spielsachen, heiße Schokolade und Weihnachtskuchen zu kaufen. Alle 150 teilnehmenden Kinder bekamen davon etwas ab und erhielten je ein Spielzeug. Eine darüber sehr beglückte Mutter dankte uns für das Geschenk für ihr Kind (ein Spielzeugauto) und sagte, dass so etwas noch keine Obrigkeit je gemacht habe.

Danach gab es ein gemeinsames Mittagessen mit den Vertretern und den Gesundheitsbeauftragten der sechs Gemeinden, die alle mit ihren Familien teilnahmen. Bei diesem Essen kamen verschiedene Meinungen und Vorschläge zur Sprache, wie wir noch besser für unsere Gemeinden arbeiten können. Die Vertreter dankten im Namen ihrer Dörfer für den Bau der Medizinstation in der Gemeinde El Buen Samaritano. Diese Einrichtung war in einer ersten Bauetappe von durch eine französische Freundin finanziert worden, die anlässlich ihrer Hochzeit von allen ihren Freunden Geld eingesammelt hatte, das für den Bau der Station bestimmt war. Das Geld hatte Véronique persönlich nach Perú gebracht, die dann gemeinsam mit ihrer Freundin Nathalie und mir in den Urwald reiste, um dieses Werk zu beginnen. In der zweiten Bauphase und bei der Fertigstellung übernahm El Buen Samaritano die Finanzierung. Die Gesamtkosten der Medizinstation betrugen US-$ 663, von denen unsere französischen Freunde US-$ 260 beitrugen und El Buen Samaritano US-$ 403. Der Arbeitskreis Eine Welt der Kirchengemeinde Nehren ermöglichte darüber hinaus die Anschaffung einer Grundausstattung an Medikamenten.

Ich glaube, dass das Gesundheitsprogramm in der Gemeinde El Buen Samaritano sehr gestärkt wurde.

Am Abend gab es im Schulgebäude ein Fest mit typischen Musikinstrumenten und Tanz. Dazwischen schenkte unsere Freundin Cornelia Prauser uns ein kleines Konzert auf ihrer Flöte, wobei sie von Hanneli Braungardt und dem peruanischen Flötisten Raúl begleitet wurde. Die Bewohner genossen die schöne Musik (Flötenduette) sehr.

Bewohnerversammlung an der Cocha del Caro Curahuayte im Amazonasurwald

Gegen Ende des Festes nahmen sich alle Bewohner an den Händen, sangen christliche Lieder und beteten. Dann wurden Feuer angezündet und einige Raketen abgebrannt. So empfingen wir das neue Jahrtausend, die Uhr zeigte nun schon 0.05 Uhr.

Einen Tag vor unserer Rückreise nach Lima gingen wir alle gemeinsam nachts zum Fischen. Das Ziel war es, ein Krokodil zu fangen. Als Ergebnis fast einer ganzen Nacht konnten unsere Freunde Gerhard, Hanneli und Cornelia ein ganz besonderes Frühstück genießen: gegrilltes Krokodil.

So haben wir, liebe Freunde, unsere zehn Jahre der intensiven Zusammenarbeit zwischen Perú und Deutschland in unserem Dorf, mitten im Amazonasurwald gefeiert.

Gott segne jeden einzelnen von Euch in großartiger Weise.

Aufrecht in Christus

Telmo, Gloria und Daniel-Holger

Missionare


Bericht von Cornelia Prauser über den Besuch an der Cocha del Caro Curahuayte

Ein pueblo [Dorf] in der Cocha del Caro Curahuayte mit dem Namen El Buen Samaritano

Als wir uns zusammen mit der ganzen Familie Casternoque auf den Weg in die Selva machten, kannten wir zwar Fotos, Berichte aus Reiseführern und Telmo hatte uns viel erzählt, doch was wir bei der Ankunft in der "laguna" sahen, übertraf unsere Vorstellungen: Im Nachmittagslicht lag vor uns der Fluss mit dem glitzernden Wasser, die grünen Ufer mit den Bäumen ... Ein kleines Paradies!

Doch das war nicht die einzige Überraschung. Denn bei der Ankunft in "Telmo's" pueblo erfuhren wir den richtigen Namen der uns nur als "la Cocha" bekannten Siedlung: EL BUEN SAMARITANO.

Nie hätten wir mit diesem Namen, den sich die Bewohner bei der Gründung 1996 selbst gaben, gerechnet.

Ist es nicht ein schönes Zeichen der Verbindung zwischen Deutschland und Perú, dass sich sogar ein pueblo diesen bedeutsamen Namen gab? Und das Wissen, dass El Buen Samaritano sogar in der Region Requena als pueblo anerkannt ist, die Bewohner in diesem Namen leben, zeigt doch auch, wie sinnvoll, bedeutend und weitreichend die Arbeit unseres Vereins in Perú und Deutschland ist.


Bericht von Barbara Franz über eine Vortragsveranstaltung über El Buen Samaritano

Hallo liebe Freunde!

Ich habe zur Zeit Semesterferien und kann mich etwas von meinem Medizinstudium erholen und finde auch endlich mal Zeit, um Euch von einer kleinen Aktion meinerseits zu berichten.

Im Herbst letzten Jahres habe ich einige Lehrer meines alten Gymnasiums besucht und da lief mir auch Herr Ludwig über den Weg. Dieser leitet an unserer Schule ein kleines Entwicklungshilfeprojekt, das sich "Schüler helfen Schülern in Perú" nennt und mit verschiedenen Aktionen Geld für den Missionar Luis Vilar in Lima sammelt. Dieser ist ein guter Freund von Telmo und leitet auch eine Vorschule in einem Elendsviertel Limas, die ganz ähnlich wie unsere aufgebaut ist.

Herr Ludwig und ich beschlossen nun, einen peruanischen Abend an der Schule zu organisieren. Im Mittelpunkt stand ein etwa 1½-stündiger Diavortrag von mir. Ich stellte zunächst das Land mit seinen unterschiedlichen Landstrichen ( Küste, Anden, Urwald) vor, um dann auf die schwierigen Lebensverhältnisse der Menschen einzugehen und die mögliche Hilfe, die wir von Deutschland aus bieten können, aufzuzeigen. Die Leute, die in großer Anzahl gekommen waren (ca. 200) schienen sehr interessiert und nach anfänglichem Lampenfieber hat mir der Vortrag richtig Spaß gemacht! Wir konnten sogar unsere Musikklasse begeistern, den Abend mit lateinamerikanischer Musik einzuleiten und ein Sportkurs führte kurz nach der Pause einen brasilianischen Tanz vor, den ein Austauschschüler aus Rio extra für diesen Abend mit einigen Schülern einstudiert hatte. In der Pause haben wir dann peruanisches Essen angeboten, das ich am Vortag mit der Hilfe mehrerer Schüler des "Perúprojekts" vorbereitet hatte. So haben wir z.B. "papa a la huancaína" gekocht, ein typisches Gericht aus Lima, das aus Kartoffeln mit einer scharfen Soße besteht. Wir haben weder für Essen noch für Getränke feste Preise angegeben, sondern lediglich um eine Spende gebeten.

Auf diese Weise kamen an diesem Abend 1.400 DM zusammen, wovon 700 DM der Arbeit von Luis Vilar und 700 DM unserem Verein zu Gute kamen. Dieses Geld habe ich im Dezember nach Lima geschickt.

Paola in Camaná wurde mit 200 DM unterstützt, die damit einen kleinen Raum, den sie als Praxis für ihre Hebammentätigkeit nutzen will, z. T. renoviert hat. Außerdem wurde der Pfarrer Victor Astete in Cusco mit 200 DM bedacht. Mit diesem Geld kaufte er Weihnachtsgeschenke für Straßenkinder. Der Rest stand Telmo zum Kauf von Weihnachtsgeschenken für die Kinder im Urwald zur Verfügung. Er berichtete mir, dass er davon für 150 Kinder aus sechs Dörfern Spielzeug kaufen konnte und zudem jedes Kind und auch die Erwachsenen zu einer traditionellen "chocolatada" eingeladen werden konnten, bei der heiße Schokolade und panetón (Hefezopf mit Kandisfrüchten) gereicht wird.

Solche Erfolgsberichte lassen bei mir das Herz immer höher schlagen! So wird die ganze Arbeit , die ein solcher Abend mit sich bringt bei weitem aufgewogen und ich bin ermutigt weiterzumachen!

Ich hoffe, Euch geht es auch so!

Also, lasst uns gemeinsam für Peru weiterarbeiten! Es lohnt sich!

Viele liebe Grüße aus Büdingen (Hessen),

Eure Barbara


Zeitungsartikel über eine Vortragsveranstaltung von Cornelia Prauser


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