EL BUEN SAMARITANO e.V.


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31. Rundbrief mit Berichten über die Monate April bis September 1998 

Übersetzungen der Berichte aus Perú:

 

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Veliko Tarnovo, im November 1998

Sehr geehrte, liebe Freundinnen und Freunde von El Buen Samaritano!

Am Rande unserer Mitgliederversammlung am 4. Juli 1998 (siehe Protokoll in diesem Rundbrief) fragte mich eins unserer Mitglieder, wer von uns denn hauptamtlich tätig sei. Die Antwort lautet: Niemand!

Die meisten von Euch wissen sicher, daß die Vorsitzenden von El Buen Samaritano e.V., Dr. med. Angela Raestrup und ich, sowie alle anderen aktiven Mitarbeiterinnen, Ulrike Sallandt, Nic Turad, Regine Brehm, Godela von Döhren und (zur Zeit in Perú:) Barbara Franz ehrenamtlich und nebenbei für El Buen Samaritano arbeiten, ohne dafür bezahlt zu werden.

Dieses nebenbei hat den Nachteil, daß wir die viele Arbeit, die El Buen Samaritano bisweilen macht, immer nur zu Zeiten erledigen können, in denen es uns gelingt, uns vorübergehend unserer Verpflichtungen in Beruf, Studium, Familie u.s.w. zu entledigen.

Und das gelingt manchmal besser und manchmal schlechter. Daß auf diesem Rundbrief in Anlehnung an eine dümmliche Öltankreklame stehen könnte: "Ich bin zwei Rundbriefe", liegt an mir und an meiner mißglückten Zeitplanung. Bitte entschuldigt auch diesmal die Unpünktlichkeit!

Unserem Notruf-Rundbrief konntet Ihr vor ein paar Wochen schon entnehmen, daß es in der Spendenkasse schlecht aussieht. Zum ersten Mal seit der Gründung von El Buen Samaritano kommen wir damit praktisch auf ein Minus. Schuld daran sind weder Treulosigkeit noch Unzuverlässigkeit unserer Unterstützer(innen). Im Gegenteil wollen wir bei dieser Gelegenheit einmal mehr allen für Eure fortdauernde Unterstützung und das implizite Vertrauen zu uns danken!

Der Grund für die plötzliche Geldknappheit ist, daß eine unserer höchsten regelmäßigen Spendenquellen versiegt ist. Ein Spender, der die Arbeit Monat für Monat mit jeweils mehreren hundert Mark unterstützte, kann nun nichts mehr beitragen, weil er aus Altersgründen eine Hauspflege benötigt und sie bezahlen muß.

So reichen die monatlichen Eingänge nicht mehr aus, um alle unsere regelmäßigen Mindestverpflichtungen (vor allem Gehälter) in Perú abzudecken. An finanzielle Unterstützung von Zusatzaktivitäten oder gar größeren Investitionsprojekten ist nicht zu denken. Und das, obwohl einige wirklich unterstützenswerte Ideen aus Perú vorliegen (siehe Berichte).

Immerhin ermöglichten Ulrike, Regine, Nic und Godela im Juni des Jahres eine Reihe von Benefizkonzerten mit der peruanischen Musikgruppe Beith Shalom für El Buen Samaritano, die einen Erlös von insgesamt DM 2.900 einbrachten. Ein Teil davon wird nun für die Finanzierung eines Gehaltes an die Krankenschwester Juanita in Samaria an der Cocha del Caro Curahuayte verwendet (siehe Bericht).

Aus den schon eingangs genannten Gründen können wir aber nicht viel öfter und keine sehr großen Spendenwerbungsaktionen machen (wie große Aktionen ohnehin nicht zu uns passen würden). Bei unserer Arbeitsweise sind überdies vor allem regelmäßige Monatsspenden wichtig.

Daher — nicht ganz im hergebrachten Stil unserer Organisation kurz vor Weihnachten — an alle Mitglieder, Freunde, Freundinnen und Unterstützer(innen) von El Buen Samaritano der Aufruf: Fühlt Euch bitte alle ein bißchen mitzuständig und übernehmt jede(r) ein kleines Stückchen Spendenwerbung!

Wie Ihr wißt, werden alle Spenden ohne jeden Abzug nach Perú weitergeleitet. Alle Spender(innen) erhalten (wenn sie uns ihre Adresse mitteilen) automatisch den Rundbrief und nach Ablauf eines Kalenderjahres eine vom Finanzamt anerkannte Spendenbescheinigung über die Spenden des ganzen Jahres.

Wer möchte, kann auch Mitglied des Vereins werden. Von den Mitgliedsbeiträgen (mind. DM 20,00 im Jahr) werden alle in Deutschland anfallenden Kosten des Vereins bezahlt, wie die Herstellung dieses Rundbriefs, Porto, Kontoführung etc. Zum Beitritt genügt es, den Mitgliedsbeitrag mit entsprechendem Vermerk auf das Vereinskonto zu überweisen. Die Satzung kann beim Vorstand angefordert werden.

Die Berichte aus Perú sind diesmal nicht zusammenhängende Texte, sondern Einzelberichte der verschiedenen Arbeitsbereiche. Ich habe mich wie immer bei der Übersetzung bemüht, die Texte möglichst originalgetreu wiederzugeben; an einigen Stellen habe ich aber gekürzt und zusammengefaßt, um Wiederholungen zu vermeiden. Dieses neue Konzept läßt den Rundbrief hoffentlich lebendiger und autentischer werden als bisher, so daß ein besonderes Charakteristikum unserer Arbeit noch verstärkt wird: Bei El Buen Samaritano sind die Unterstützer(innen) mehr als bei anderen Organisationen über das Geschehen informiert und gleichsam daran beteiligt. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Eindrücke und Meinungen hierzu schreibt.

Ich will daran erinnern, daß El Buen Samaritano zur Jahreswende 1999-2000 zehn Jahre alt wird. Es besteht die Überlegung, zu diesem Anlaß mit einer Gruppe von Unterstützer(inne)n nach Perú zu reisen, um das Jubiläum dort gemeinsam mit unseren Partnern zu feiern. Wer daran interessiert ist, an einer solchen Reise teilzunehmen, möge sich bitte schon bald bei mir melden; Flugtickets müssen beizeiten reserviert werden.

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 1999!

(Holger v. Rauch, Vorstand)

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 Finanzbericht April bis September 1998

 Protokoll der Vereinsmitgliederversammlung vom 4.07.1998

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Übersetzung des Rundbriefs von Telmo

EL BUEN SAMARITANO

Bericht über die Monate Juli bis September 1998
und Auszug aus dem Bericht über die Monate April bis Juni 1998

Ich möchte diesen Bericht mit einem herzlichen Gruß an jeden einzelnen von Euch beginnen. Hier in Lima lassen wir allmählich den Winter hinter uns und hatten schon einige schöne Sonnentage.

Wir wollen Euch auch im Namen der ganzen Bevölkerung von Samaria auf das aufrichstigste für die Medikamentenspende danken und dafür, daß Ihr das Gesundheitsprogramm im Urwald unterstützt. Wir wollen auch unserer lieben Freundin Ulrike Salland dafür danken, daß mit ihren Spenden die Schüler Uriel und July unterstützt. Ebenso auch unserer Freundin Christine für ihre Spende für die Niederlassung in Tacna.

Bei dieser Gelegenheit können wir Euch auch mit großer Freude und Befriedigung berichten, daß am 30. September in Samaria ein neues Schulgebäude eingeweiht wurde. Bei diesem Ereignis waren hochrangige Persönlichkeiten, Lehrer und die Bewohner der vier benachbarten Dörfer El Caro, Lago Prado, Sinar und Las Malvinas zugegen. Der Beginn der Eröffnungsfeier war auf 10 Uhr vormittags festgesetzt worden, und anschließend sollte es ein Kleinfeldfußballblitzturnier geben. Da es aber praktisch den ganzen Tag über regnete, konnte das Turnier erst um 16 Uhr angepfiffen werden. Die Eröffnung fand dann am Abend statt. Zuerst wurde die Nationalhymne abgesungen, dann kamen die Beiträge der Kinder mit Liedern, Gedichten und typischen Tänzen. Der Höhepunkt war, als der Lehrer Juan Dios de la Cruz die neue Schule als eröffnet erklärte. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hatten der Bürgermeister von Requena, Herr Antenor, und unsere freiwillige Mitarbeiterin aus Deutschland, Barbara Franz. Der Eröffnung schloß sich ein Fest an, das bis in die Morgenstunden dauerte.

Die Kosten, die durch diese Eröffungsfeier anfielen, waren im Budget nicht vorgesehen, weder von Seiten des Vereins El Buen Samaritano e.V. in Deutschland, noch hier in Perú. Gott sei Dank konnte unsere Freundin Barbara uns das Geld leihen.

Bereich Erziehung

Die Schule in Samaria benutzte in den Monaten April bis September ihr provisorisches Gebäude. Durch die Fertigstellung des neuen Gebäudes bestehen nun viel bessere Möglichkeiten, weshalb der Lehrer, Juan de Dios de la Cruz sehr optimistisch ist. Zum Bau der Schule trug die ganze Gemeinschaft etwas bei. Drei Monate lang wurde an ihr mit den für die Region typischen Materialien gebaut. Die Kosten betrugen etwa 6.500 Soles [ca. 3.700 DM]; die Familie Casternoque trug 200 Dollar bei, die die Fertigstellung dieses wichtigen Werkes ermöglichten. Die erste Aktivität der Schule war es, eine Frühlingsprinzessin zu wählen. Zur Zeit hat die Schule 22 Schüler, die regelmäßig kommen. Die neue Schule benötigt aber noch viele Dinge: Es fehlt an Mobiliar, Büchern, Lehrmaterial und anderem. Einstweilen arbeitet die Schule mit den von den Vätern der Kinder grobgezimmerten Einrichtungsstücken.

Wir fügen Fotos von der Schule und von der Frühlingsprinzessin bei.

Bereich Gesundheit

Das Gesundheitsprogramm an der Cocha del Caro Curahuayte ist sehr interessant. Die Verantwortliche ist Juanita. Sie betreut wöchentlich drei bis vier schwere Fälle. Wegen der guten Versorgung durch Juanita kehren die Patienten stets genesen und zufrieden nach Hause zurück. Trotz der Kürze der Zeit, in der dieses Projekt nun läuft, ist es schon weithin bekannt, weshalb Kranke von den verschiedensten Orten anreisen.

Wir wollen Euch auch darüber informieren, daß Juanita mit dem nächstgelegenen Krankenhaus in Requena ein Projekt ausgearbeitet hat, nach dem das Gesundheitsministerium an der Cocha ein Programm zur Bekämpfung von Malaria und Cólera durchführt, das in eingeschränktem Maße auch schon angelaufen ist.

Wir fügen den Bericht der Krankenschwester bei.

Aufrecht in Christus

Telmo Casternoque, Missionar

Berichte der Lehrerinnen in der Vorschule:

Gaby de Guzmán, Lehrerin für die Gruppe der Fünfjährigen (zur Zeit Direktorin der Vorschule):

1. Der Unterricht verläuft normal hinsichtlich der verschiedenen Aktivitäten, soziales Verhalten, ganzheitliche Kommunikation, Logik, und wissenschaftlich-ökologische und religiöse Erziehung.

Die Kinder entwickeln sich auf drei Gebieten: intellektuell, sozial-emotional und psychomotorisch. Unsere Ziele sind, daß die Kinder lernen, mit den anderen Kindern zusammenzuwirken, daß sie aufpassen, Aufgaben lösen, den Raum sauber und ordentlich halten, Verantwortung übernehmen, selbständig handeln und sich ständig entwickeln.

2. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist erfolgreich; 80% Eltern unterstützen ihre Kinder in ihrer Entwicklung. Bei 20% reicht aus Zeitmangel oder aus anderen Gründen die Unterstützung für die Kinder nicht aus.

3. Den Kindern macht es Freude mitzuhelfen, zum Beispiel beim Austeilen von Lehrmaterial, wie auch beim Fegen und Aufräumen. Die meisten Kinder übernehmen gern verschiedene Aufgaben.

4. Die Kinder nehmen gern und fröhlich an Gesprächen teil, auch wenn sie spontan entstehen, aus Fragen und Einfällen (Witze, Anekdoten usw.) Wenn mehrere Angebote etwa zu Bastelarbeiten gemacht werden, wählen sie selbständig etwas aus, z.B. Basteln mit Papier oder Knetmasse.

5. Die Kinder mit Stipendium sind Treysi, Luzmila, Raúl und Róger. Die Mütter dieser Kinder helfen reihum beim Spülen der Frühstückstassen.

6. Kommentare:

a) Die Zusammenarbeit mit den Eltern entwickelt sich vorteilhaft. An thematischen Unterrichtseinheiten wurden behandelt: Die Arbeiter und das Frühlingsfest. Die Kinder haben dabei gelernt, die Arbeit ihrer Eltern und die Arbeit anderer Menschen in ihrer Umgebung wertzuschätzen. Anläßlich des Frühlingsfestes lernten die Kinder einiges über die Natur, die verschiedenen Tiere, über Umweltschutz, die Wichtigkeit der Pflanzen, des Klimas etc. Beim Frühlingsfest fand die Wahl des besten Freundes statt, und es gab Gesang, Spiel, kleine Happen und viel Freundschaft.

b) Probleme: Die Raumprobleme wirken sich negativ auf die Arbeit aus. Es fehlt an einem abgegrenzten Hof, auch sind die Klassenräume zu klein und voneinander ungegnügend abgetrennt, so daß Geräusche aus einem der Räume oft zu Unterbrechung des Unterrichts in den anderen Räumen führt. Es fehlt auch an Materialien. Doch auch unter diesen Bedingung konnten wir uns anpassen und arbeiten entsprechend den gegebenen Anforderungen.

Bei einigen der Kinder läßt nach wie vor die Anwesenheit, sowohl beim regelmäßigen Unterricht als auch bei Zusatzveranstaltungen zu wünschen übrig.

c) Vorschläge: Die Toilette raparieren; Reinigung der Papierkörbe mit Putzmittel, Kreativität noch mehr fördern, Eltern noch mehr in die Planung bevorstehender Aktivitäten einbeziehen.

María Elizabeth Castro Blas, Lehrerin für die Gruppe der Vierjährigen (Mutterschaftsvertretung für Gloria):

Ich kann Euch sagen, daß ich mich bei meiner Arbeit sehr wohl fühle, denn wir arbeiten in einem Team mit einer gemeinsamen Idee und einem gemeinsamen Ziel, über das wir Kolleginnen uns einig sind. Ich bin auch dankbar für die Hilfe, die ich für mein Kind bekomme, ich bin Euch dafür aufrichtig dankbar, und Gott segne Euch reich und vor allem den Bruder Telmo und seine Familie, die mir die Möglichkeit gegeben haben, hier zu arbeiten.

In den letzten Monaten hatte ich einige Erfolge bei der Arbeit. Die Kinder haben ein bißchen schreiben gelernt und haben gelernt, Dinge zu erkennen und zu unterscheiden, vor allem aber haben sie gelernt, die Menschen, die sie umgeben, zu respektieren und nie zu vergessen, daß all unser Wissen nur von Gott kommt. Mit den Eltern habe ich ein kooperatives Verhältnis, sie helfen mir bei allen Aktivitäten, wenn ich sie darum bitte, auch dafür muß ich Gott dankbar sein.

Die Kinder in meine Gruppe arbeiten alle recht gut mit, und alle tun, was ich ihnen sage, so daß ich keine Lieblingskinder habe. Mit dem Kind Irarica Flores gibt es Probleme, weil die Eltern überhaupt nicht kooperieren, weder dem Kind helfen, noch sich um die Aufgaben des Kindes kümmern. Das Kind kommt sehr schmutzig und ganz unordentlich in die Vorschule.

Im Mai feierten wir den Muttertag. Wir machten eine Tombola, die Kinder sangen Lieder vor, sagten Gedichte auf und spielten dramatisierte Liedtexte vor. Dann bekamen sie Blumen für ihre Mütter und ein kleines Geschenk.

In der Woche des Kindergartens veranstalteten wir ein Treffen mit den Eltern, wo wir Spielzeug bastelten. Am nächsten Tag malten wir mit den Kindern mit verschiedenen Materialien. Dann gab es einen Spielenachmittag. Am nächsten Tag schauten wir bei einem der Kinder zuhause zwei Kinderfilme an, und zum Abschluß feierten wir ein Kinderfest mit Brötchen, Keksen, Erfrischungsgetränken, Bonbons und Hühnchensandwiches.

Am Tag der peruanischen Fahne machten wir für die Kinder Fähnchen, und dann gab es ein kleines Programm auf dem Sportplatz, wo die Kinder mit Liedern über die Fahne mitwirkten und die Lehrerin Nora Guevara einige Worte über die Fahne sprach.

Im August sprachen wir über die Ferien und alle Kinder erzählten, was sie während der Ferien gemacht hatten, manche waren weggefahren. Ich erzählte ihnen dann auch von meinen Ferien, die ich zuhause mit meiner Familie verbracht hatte. Das Thema in diesem Monat war die Polizei und die Rolle, die sie spielt.

Im September sprachen wir über Gemüse, und wir machten mit den Kindern einen Gemüsesalat.

Ich habe zwei Kinder in der Gruppe, die Stipendien erhalten. Sie erhielten an Materialen: Einen Stift, 25 Blatt Papier, Knetmasse, Malstifte und Radiergummi. Sonst nichts. Sie lernen gut, sind aber ein bißchen vorlaut, weil sie ganz in der Nachbarschaft der Vorschule leben. Ihre Mütter helfen im Rahmen dessen, was die Direktorin angeordnet hat, mit.

Eine lustige Geschichte passierte mit Arturo. Der Junge machte sich zu einer Zeit öfter in die Hosen. Einmal sagte ich dann zu ihm: "Arturo, wenn Du Dir wieder in die Hosen machst und vorher nicht Bescheid sagst, dann nehme ich Dich mit nach Hause, und lasse Dich nicht zu Dir nach Hause." Arturo sagte darauf: "Jawohl, Señorita!" Es vergingen keine fünf Minuten, da hatte er sich schon wieder in die Hosen gemacht, und ich sagte: "Arturo, Du hast Dich ja schon wieder vollgemacht!" Er antwortete: "Ja, Señorita, ich will nämlich zu Dir nach Hause!"

Probleme: zu wenig Spielsachen für die Kinder; zu wenig Platz, die Vorschule ist zu klein, kein Hof für die Kinder, kein Schrank für Lehrmaterialien, schlechter Zustand der Toilette, fehlende Fensterscheiben und Türen, so daß es kalt ist.

Nora Guevara Rebata, Lehrerin für die Gruppe der Dreijährigen:

Tagesplan: Wir kommen um 8.00 Uhr an und bereiten das Material für den Tag vor. Ab 8.20 kommen die Kinder, ab 8.30 wird das Frühstück ausgegeben. Um 9.00 haben alle gefrühstückt, dann ist Zeit für die Toilette und Händewaschen, und um 19.15 fängt der Unterricht an.

Das erste, was wir in den Kindern fördern wollen, ist die Liebe zu Gott und die Dankbarkeit für alles, was er für uns geschaffen hat.

Wir beginnen den Unterricht mit einigen Bewegungsübungen, um dann zu Übungen für den Intellekt überzugehen. Danach gehen wir zur Toilette und waschen uns die Hände, um dann unser Pausenbrot zu essen. Das ist der Moment, auf den die Kinder sich am meisten freuen. Nach dem Pausenbrot gehen wir in den Hof oder wir gehen zum nahegelegenen Sportplatz und spielen etwa für eine halbe Stunde. Danach kommen wir zurück in den Klassenraum. Damit sich die Kinder von den sportlichen Spielen erholen, singen wir Lieder und dramatisieren einzelne Lieder, denn die Kinder mögen alle Aktivitäten, die mit Bewegung zu tun haben. Danach zeichnen und basteln wir.

Etwa 25 Minuten vor Ende der Arbeitszeit fassen wir mit den Kindern das Gelernte zusammen und bereiten sie dann für den Nachhauseweg vor. Die Arbeit mit den Kindern endet so um 12.30 Uhr. Aber wir bleiben auch danach noch in der Vorschule, um Gespräche mit Eltern zu führen, die nach den Fortschritten ihrer Kinder fragen. Gegen 13.00 Uhr brechen wir auf, um nach Hause zu gehen. Oft wird es aber auch später.

Ziele und Erfolge bei der Arbeit mit den Kindern und den Eltern:

1. Die Lernziele für die Arbeit mit den Dreijährigen betreffen einfache Grundkenntnisse. Da sie noch klein sind, müssen sie zunächst Dinge lernen wie Händewaschen, richtig auf die Toilette gehen, Farben unterscheiden, bewußt den Körper bewegen, Familienmitglieder benennen. Die Erfolge im psychomotorischen Bereich (Körperkontrolle und Bewegungen) liegen bei 80%. Im intellektuellen Bereich wurden weniger Fortschritte erzielt, nur etwa 50% der Ziele wurden erreicht, da die Kinder Aktivitäten mit viel Bewegung vorziehen. Im sozial-emotionalen Bereich liegt der Erfolg bei 98%, die Kinder erfinden gern neue Spiele und spielen Liedtexte als Szenen.

Im letzten Monat war das Leitthema meines Unterrichts: "Ich lebe in einer wunderbaren Welt". Wir versuchten die Natur kennenzulernen, aber aus verschiedenen Gründen ist das nicht ganz geglückt. Wir konnten nur mit manchen Früchten und Gemüse Erfahrungen machen; Tiere und die Natur kennenzulernen steht noch an.

Wir führten Übungen zur Koordination von Augen und Händen durch, zum Beispiel Scherenschnitte, Übungen mit der Nadel. Im intellektuellen Bereich übten wir, verschiedene Objekte thematisch zusammenzufassen.

Am 25. September feierten wir den Tag des Friedens und der Freundschaft. An diesem Tag wählten wir die besten Freunde, wobei als Kriterium galt, welche Kinder nicht streiten, mit den anderen teilen und den anderen helfen. Gewählt wurden Jeisy und Luisito, die je ein kleines Geschenk erhielten.

2. Ich hielt zwei Vorträge über Kinderernährung und über Parasitenerkrankungen, denen 48% der Eltern beiwohnten.

An einem Vormittag veranstalteten wir für die Eltern einen Lehrmaterialienworkshop, wo wir gemeinsam Stoffbälle, Kasperlepuppen, eine Wandzeitung u.a. herstellten. Wohl wegen der Tageszeit konnten viele Eltern nicht kommen, so nahmen nur etwa 40% der Eltern teil.

Wir hatten bezüglich der pädagogischen Arbeit volle Unterstützung von Seiten der Eltern, bezüglich der monatlichen Gebühren hingegen erweist sich die pünktliche Zahlung wegen der Krise, die unser Land derzeit durchlebt, als problematisch.

3. Das hervorragendste Kind war Jeisy, die sich, obwohl sie erst seit kurzem in der Vorschule ist, sehr solidarisch mit ihren Freunden verhält. Sie beschützt die Kleinen und arbeitet sehr gut mit.

4. Das Lustigste bei meiner Arbeit war, wenn Kalem Cusquillo mich beim Unterrichten imitierte. Wenn sie ihre Aufgaben erledigt hatte, begann sie im Raum herumzugehen und die anderen Kinder zu kontrollieren und ihre Fehler zu verbessern.

5. Die Kinder mit Stipendien haben bislang noch nicht alle Materialien, die sie benötigen. Ihre Eltern unterstützen die Arbeit der Vorschule, indem sie die Frühstückstassen waschen.

Das Stipendium für Petrolina Hidalgo ist bislang nicht wirkungsvoll. Schuld daran sind die Eltern, denen wir ein Höchstmaß an Unterstützung angeboten haben, die aber von ihrer Seite nichts dazutun.

6. Wir hatten Probleme bei der Zubereitung des Frühstücks, weil der Herd bisweilen ausfällt und dann der Zeitplan nicht eingehalten werden kann.

Bemerkungen: Umgehend sollte die Frage geklärt werden, ob Geld für eine Lehrfahrt mit den Kindern zur Verfügung steht.

Die Lehrerin Gaby und ich nehmen auf eigene Kosten an einem sechsmonatigen Weiterbildungskurs an der Universität teil. Wir strengen uns sehr an, um weder unsere Arbeit noch unsere Studien zu vernachlässigen.

Luz María Aliaga, Hilfskraft:

Meine Aufgabe ist es, beim Frühstück auf Ordnung und Sauberkeit zu achten. Beim Unterricht in allen drei Klassenräumen helfe ich bei der Kontrolle der Aufgaben und bei der Vergabe von Lehrmaterial.

Berichte über die Tätigkeit des EMAUS-Ärzteteams für El Buen Samaritano:

I. Vorsorge:

1. Es wurde ein Vortrag über Darmparasiten für Eltern gehalten, an dem 35 Personen teilnahmen. Es wurde dabei die Bedeutung der Hygiene der Kinder hervorgehoben.

2. Für die Frauen von der Volksküche wurde ein Vortrag über Ernährung gehalten, an dem 38 Personen teilnahmen.

3. Eine Bildungsmaßnahme für Mütter über Vaginalausflüsse wurde durchgeführt, um die Wichtigkeit regelmäßiger Untersuchungen auf Krebs hervorzuheben. Die Frauen sollen lernen, normale von pathologischen Ausflüssen zu unterscheiden.

4. Mit den Eltern wurde eine gemeinsame Aktion zur Parasitenbekämpfung geplant.

5. Kinder wurden in Körperhygiene unterwiesen und darüber aufgeklärt, wie wichtig sie zur Vermeidung ansteckender Krankheiten ist.

6. Alle Kinder wurden über die Wichtigkeit der Zahnbürste informiert und darüber, wie und wie oft sie benutzt werden soll.

7. In den verschiedenen Zonen der Ansiedlung wurden auch Hausbesuche zur Vorsorge gegen Atemwegsinfektionen, Durchfallerkrankungen, Vaginalausflüsse, Karies etc. durchgeführt.

II. Therapeutische Maßnahmen:

1. Für alle Vorschulkinder der Vorschule El Buen Samaritano wurden Karteikarten angelegt. Die zahnmedizinische und ernährungsphysiologische Untersuchung ergab, daß 10% der Kinder Wachstumsstörungen oder ein für ihr Alter zu niedriges Körpergewicht haben; 90% der Kinder haben Karies.

Die Mütter wurden über die Entwicklungsprobleme der Kinder aufgeklärt und zu ausgewogener Ernährung der Kinder und zu regelmäßigem Arztbesuch angehalten.

Die Kinder wurden zahnmedizinisch sowie gegen Atemwegserkrankungen und parasitäre Erkrankungen behandelt.

2. Einige Bewohner wurden wegen Gastritis behandelt

3. Frauen in der 28 und 32 Schwangerschaftswoche wurden betreut

4. 31 allgemeinmedizinische Fälle wurden versorgt, einige Patienten wurden an Krankenhäuser weiterverwiesen.

5. 11 Patientinnen wurden von der Hebamme behandelt.

6. 12 Patienten im Erwachsenen- und Kindesalter wurden zahnmedizinisch behandelt.

7. Alle Kinder der Vorschule wurden routinemäßig gewogen und gemessen, damit ihre Entwicklung beobachtet werden kann.

III. Missionarische Begleitung des Gesundheitsprogramms:

1. An jeden Informationsvortrag wurde ein evangelistischer Beitrag angeschlossen.

2. Es wurde eine Bibelausstellung für Kinder um fünf Jahre durchgeführt, die vor allem von der Liebe Gottes zu den Kindern handelt.

 Über die Volksküche schreibt Telmo in einem Brief:

Die Volksküche funktioniert bis heute; einige Zeit hatte sie aufgehört, Essen zuzubereiten, aber die Frauen faßten dann neuen Mut und organisierten sich gut. Zur Zeit verpflegt Das Manna in der Wüste 64 Personen täglich. Schwester July sagte mir, daß unbedingt ein eigener Wasseranschluß gelegt werden muß. Das wird etwa an die 200 Soles [ca. 120 DM] kosten.

Über die Handarbeitswerkstatt berichtet Telmo in seinem Brief:

Seit zwei Monaten arbeitet Frau Margarita Aguero als Schneiderlehrerin freiwillig, sie bezahlt ihre Fahrtkosten selbst. Die Werkstattstunden finden jeden Samstag im Raum des Gemeinsamen Kochtopfs statt. Die zwölf Teilnehmerinnen lernen hier die Konfektion von Schuluniformen und Röcken. Margarita hat zu mir gesagt, daß sie nur bis Ende Oktober mitarbeiten kann; danach müßte sie ein Gehalt von 100 Dollar verlangen, um weiterzuarbeiten. Die Mütter, die an dem Kurs teilgenommen haben, sind zufrieden, weil sie etwas gelernt haben.

[Mit dem neuen Bericht wurde uns ein Arbeitsplan für Schneidereiausbildung mit Kostenvoranschlag "Ausstattung für eine Schneiderwerkstatt" vorgelegt. Eingeplant sind hier drei Industrienähmaschinen, Schneidemaschinen, Tische, Scheren etc. Die Gesamtkosten werden mit 11.432,00 Dollar ohne Mehrwertsteuer angegeben.]

Über die Kirchengemeinde schreibt Telmo:

Die Kirchengemeinde und alle ihre Mitglieder sind unendlich dankbar für die Spende des CVJM Gomaringen, die uns über Regine und durch den Verein zukam. Mit diesem Geld konnten wir die Fassade der Kirche reparieren, Wasser und Strom installieren und eine Toilette bauen. Der Allmächtige soll Euch alle reich dafür segnen, daß Ihr Euch um seine christliche Kirche sorgt.

Die Kirche entwickelt sich jetzt gut, auch dank Ricardo, der mir viel hilft. Jetzt haben wir mehr Mitglieder, das ist auch eine Befriedigung für mich.

Bericht über die Arbeit des Projektes rescate von Ricardo Candia:

Einleitung: Mit dem Ziel, Leben zu retten, hilft das Programm rescate den Menschen auf der Straße. Das Ziel ist zu verhindern, daß Menschen einen unwürdigen Tod sterben. Mit der Hilfe, die ihnen zugewendet wird, sollen sie ihre durch Krankheit, Drogenabhängigkeit, Arbeitslosigkeit und existentielle Desorientierung verlorene Identität wiederherstellen, die durch Traumen und Fehlentscheidungen gelitten hat. Damit ein solches Leben in physischer, mentaler und spiritueller Hinsicht gerettet werden kann und dann in die Gesellschaft reintegriert werden kann, damit seine weitere Entwicklung einer natürlichen Lebensplanung folgen kann, müssen in jedem einzelnen Fall bestimmte einzelne Schritte beachtet werden.

1. Erforschung des einzelnen Falles der Person, die auf der Straße lebt. Aufgrund der Analyse Ausarbeitung eines Therapieprogramms.

2. Hilfsangebote mit entsprechenden Umstandsbedingungen machen, die den Menschen veranlassen können, von der Straße wegzugehen.

3. Die physische mentale und spirituelle Gesundheit behandeln.

4. Wenn die Grundvoraussetzungen erfüllt sind, Einweisung in ein Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige oder in ein Krankenhaus, je nach den Gegebenheiten.

5. Förderung der Arbeitsfähigkeit, damit eine Arbeit zur Selbstversorgung aufgenommen werden kann.

6. Unterstützung bei Behördengängen zur Verschaffung von Identitätspapieren

7. Für eine bestimmte Zeit im Haus von rescate Unterkunft gewähren, bis er nach Hause, in ein Rehabilitationszentrum oder Krankenhaus eingewiesen werden kann.

Um unsere Arbeit zu entwickeln und die Rehabilitation und Reintegration der Familien der pirañitas erreichen zu können, müssen wir die begonnenen Aktion verstärken.

Aktueller Bericht:

Herzliche Grüße an die Freunde und Brüder und Schwestern, die diesen Teil des Berichts von El Buen Samaritano lesen. In unserem letzten Bericht war von dem Fall Pedro Aníbal die Rede, einem 33jährigen Mann, den wir im Oktober 1997 im Stadtteil La Victoria von der Straße gerettet hatten. Dank der Hilfe durch Telmo, Rebeca und Ricardo konnte er in eine Rehabilitationsanstalt für Drogenabhängige eingewiesen werden, von wo er allerdings Mitte Januar wieder verschwand. Bis Mai wußten wir nichts von ihm, er wurde einige Male intensiv aber erfolglos gesucht. Am Mittwoch, dem 20. Mai fanden wir ihn, wieder in La Victoria, wo er zwischen Papierabfällen und Kartons schlief. Er war völlig verschmutzt, soweit, daß er seine Notdurft dort verrichtete, wo er schlief, und ohne die Hose herunterzulassen. Unterernährung und Blutarmut hatten ihn so geschwächt, daß er nicht gehen konnte. Statt seinem bei einer Körpergröße von 170 cm normalen Gewicht von 70 Kilo, wog er nur 46 Kilo. Pedro Aníbal lebt nun in dem Haus, das uns für die Arbeit mit den Straßenmenschen zur Verfügung gestellt wurde. Hier wird er durch Ricardo betreut. Wenn er in drei bis vier Monaten wieder einigermaßen genesen ist, soll Pedro Aníbal wegen seiner Drogenabhängigkeit erneut in eine Rehabilitationsanstalt eingewiesen werden. Er hat schon neuen Mut gefaßt und ist entschlossen, sein Leben neu anzupacken. Pedro Aníbal hat einen Großteil seiner Zähne verloren. Da er als Kind Meningitis hatte, ist die eine Hälfte seines Körpers teilweise gelähmt und seine linke Hand zittert immer, als hätte er die Parkinsonsche Krankheit.

Das Bedauerliche an Pedro Aníbals Fall ist, daß er jetzt nur noch 42 Kilo wiegt, da ihm seine Familie nicht in größerem Umfang helfen kann, weil sie nicht mehr Möglichkeiten hat. Eigentlich müßte wegen seiner TBC-Therapie auch eine Blutuntersuchung gemacht werden und die Lungen müßten durchleuchtet werden, aber die 80 Soles, die das kostet [ca. 46 DM], kann seine Familie nicht bezahlen. Pedro Aníbal nimmt keine Vitamine zu sich, er ernährt sich nur von dem Wenigen, was seine Familie ihm schickt. Mittag- und Abendessen sind nur je ein Tellergericht, Frühstück geben ihm Telmo und Ricardo. Wir wissen, daß er besonders kalorienreiche Kost brauchen würde, um sein Normalgewicht wiederherzustellen.

Der Grund dafür, daß Pedro Aníbal sich in dem Haus von rescate befindet, ist, daß sein derzeitiger Gesundheitszustand keine Einweisung in eine Drogenrehabilitationsanstalt erlaubt, denn dort gibt es kein ausreichendes medizinisches Personal. Die Zentren, in denen Ärzte arbeiten, kosten eine so hohe Monatsgebühr wie ein Krankenhaus, so daß sich seine Familie das nicht leisten könnte. Klar, daß das das beste wäre, aber es müßten etwa sieben bis neun Soles pro Tag [ca. 4,00 bis 5,50 DM] zur Verfügung stehen.

Ich verabschiede mich von Euch und sende Euch Grüße von Pedro Aníbal, von mir und von den pirañitas von der Trujillo-Brücke und von der Santa-Rosa-Brücke in Lima.

Ricardo

Auszug aus dem Bericht der Schwesternhelferin Juanita Smith Macedo García, Ehefrau des Lehrers Juan de Dios de la Cruz über ihre Arbeit im Gesundheitsprogramm von El Buen Samaritano in Samaria, Cocha del Caro Curahuayte, Amazonasurwald:

An: Frau Dr. med. Angela Raestrup

Es ist mir eine große Freude, mich an Sie zu richten und Ihnen folgende Mitteilungen zu machen: Ich lege Ihnen die Berichte über die Verwendung der Medikamente vor, ferner das Blatt mit meinen Diagnosen über einige Krankheitsfälle der letzten Monate sowie meinen Bericht über meine Aktivitäten im Bereich der Familienplanung.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen meine persönliche Hochachtung ausdrücken.

Gott schütze Sie.

[Eine beiligende Tabelle über gespendete Medikamente gibt genaue Auskunft über Vorräte und Verbrauch der einzelnen pharmazeutischen Produkte.

Die Formblätter des Gesundheitsministeriums über Behandlungsmaßnahmen führen für jeden Behandlungsfall Datum, Anamnese (nach Karteinummern), Herkunft, Alter, Geschlecht und Diagnose auf. Die Diagnosen reichen von Deshydratation über Zellulitis bis hin zu Erkältungskrankheiten. Am häufigsten steht da: "Malaria ausschließen". Aufgeführt sind auch viele Fälle von individueller Familienplanungsberatung und Informationsveranstaltungen über Familienplanung.

Das dritte Formblatt gibt Auskunft über Maßnahmen im Rahmen des nationalen Familienplanungsprogramms. 70 bis 90 Beratungen werden monatlich durchgeführt, und an die Ratsuchenden werden Verhütungsmittel abgegeben.]

Bericht aus Tacna

Unsere Arbeit besteht in Volksküchen für Kinder und hat zum Ziel, den Familien mit Lebensmitteln zu helfen.

1. Im Stadtteil Eben Ezer, wo die Kinder Mittagessen und ein Vesper bekommen, läuft das Ernährungsprogramm normal. Bei der Zubereitung der Lebensmittel für die insgesamt 45 Kinder helfen 25 Mütter mit.

2. Im sehr abgelegenen Stadtteil Vista Alegre herrscht die größte Unterernährung bei den Kindern. Die Volksküche dort läuft von Montag bis Freitag. An zwei Tagen werden in Zusammenarbeit mit dem Missionsschüler Vidal Paucara Gemeinschaftsnachmittage mit Spielen und Bibellesungen durchgeführt. Derzeit werden 30 Mütter und 25 Kinder durch das Ernährungsprogramm begünstigt. Die Arbeitsweise in beiden Volksküchen ist beinahe identisch.

Im vergangenen Monat führten wir mit etwa 20 teilnehmenden Müttern einen Handarbeitskurs durch. Bei der anschließenden Ausstellung der Ergebnisse war einer der Kandidaten für das Provinzbürgermeisteramt zugegen. Für die Zukunft ist die Einrichtung einer Handarbeitswerkstatt geplant, die Müttern Arbeit geben soll. Ferner bemühen wir uns, Mittel für den Kauf eines neuen Herdes aufzubringen.

3. Im Stadtteil De Viv. Ciudad Satélite haben wir vor kurzem eine neue Volksküche aufgemacht. Dort leben die Menschen in extremer Armut. Derzeit nehmen 30 Mütter teil, die Montags bis Freitags Lebensmittel für ihre Kinder zubereiten. Es gibt auch schon ein eigenes Leitungsteam.

Bald soll auch die Arbeit der Kinderkrippe WaWa-Huasi beginnen. Wir haben schon einen Raum und 15 Kinder von zwei bis drei Jahren.

4. Wir wollen auch berichten, daß wir in dem Ort Santa Rosa de Yapaz bei Chanchamayo eine Schreinerwerkstatt und ein Gemeinschaftshaus eingericht haben. Unterstützt wurde die Gründung dieser Firma, die den Bauern in dieser Region Arbeit geben soll, von der Deutschen Botschaft. Die Eröffnung soll im November stattfinden.

5. Desweiteren beginnt am 12. Oktober ein neues Studienjahr der Escuela Misiológica Transcultural [Transkulturelle Missionsschule], an dem 20 Missionsschüler teilnehmen werden. Sie sollen in die Andengebiete in der Nähe von Tacna gehen und dort das Evangelium Jesu Christi verbreiten sowie in den abgelegendsten Dörfern kommunale Entwicklungsprojekte erarbeiten und den Bauern die Hoffnung geben, daß die Bildung kleiner Firmen ein Weg aus ihrem Elend ist. Diese Studien werden drei Monate dauern, an der Ausbildung werden auch Lehrkräfte von anderen Orten mitwirken.

6. Im Bereich der humanitären Hilfen haben wir Leuten mit Baumaterialien für ihre Dächer helfen können, mit Lebensmitteln und mit Medikamenten für einige Kranke. Auch für die Kinderkrippe WaWa-Huasi konnten wir etwas beitragen.

Unser Zukunftsplan ist die Volksküchen in Entwicklungsprojekte umzuwandeln. Es sollen Werkstätten für Schneiderei, Handarbeit, Kunsthandwerk und Töpferei eingerichtet werden. Eine Hühnchen- und Meerscheinchenzucht soll begründet werden. In der Region Chanchamayo (Provinz Junín) soll eine Kaffeeplantage angelegt werden. Über dieses Projekt sprachen wir mit Andrea und Holger Cornelio v. Rauch, als sie bei uns in Perú waren, auch Clemens Oberle ist über dieses Projekt informiert.

Das ist alles, was wir zu berichten haben; wir verabschieden und herzlich,

Guillermo und Marlene Mateo

Bericht aus Cusco

Es ist mir angenehm, Euch alle zu grüßen. Dieser Bericht soll über unsere Arbeit in der Bauerngemeinde Tambo Machay informieren, vom Zeitpunkt ihres Beginns bis zum heutigen Tag. Das war eine recht geräuschlose Arbeit, und wir haben nicht regelmäßig über sie informiert. Aber in der Gewißheit und Überzeugung, das Richtige zu tun, arbeiteten wir auf vielerlei Weise, und wie ihr in Perú sehen konntet es wurden einige interessante Resultate erzielt. So konnten die Mitglieder der Bauerngemeinde ihren Lebensstandard steigern und sind nunmehr in der Lage, selbst weiter voranzuschreiten.

Die erste Phase der Arbeit in der Gemeinde konzentrierte sich auf Hilfe im existentiellen Bereich und der Einführung der Grundbegriffe kommunaler Entwicklung. So war das Ein-Glas-Milch-Programm für Kinder ein reines Hilfsprogramm. Weitere Programme waren Familienplanungsberatung für Mütter, Ausbildung in der Anfertigung von kunsthandwerklichen Miniaturen für Kinder, an medizinischen Hilfen die Unterweisung medizinischer Hilfskräfte, die heute das Gesundheitsprogramm leiten, und Behandlungen und Untersuchungen. Weiter wurde bei der Schaffung einer Infrastruktur für die Vorschulbildung der Kinder Unterstützung geleistet. Hier wurde eine Lehrerin unter Vertrag genommen. Es wurde auch ein Kinderspielplatz eingerichtet. Dank dieser Aktivitäten kann sich die Gemeinde nun einer regelrechten Vorschule erfreuen, die vom Erziehungsministerium betrieben wird. Die Information über kommunale Entwicklung bestand in dieser ersten Phase in der Ausbildung von Familienvätern und Jugendlichen in der Töpferei und Näherei. Zu diesem Zweck wurde eine Töpferwerkstatt, bestehend aus Töpferscheibe, Brennofen und anderen kleinen Ausstattungsgegenständen, die für die Töpferei erforderlich sind, eingerichtet, sowie eine Nähmaschine angeschafft.

Die zweite Phase der Arbeit betraf nur noch die kommunale Entwicklung. Sie begann mit einem Programm zur Verbesserung der Schafzucht. Zu diesem Zweck wurden Zuchtschafe angeschafft. Manche der Bauern erzielten eine Aufwertung ihres Bestandes, aber leider wurde die Aktion als ganze ein Mißerfolg, denn die gekauften Tiere fielen einer Leberseuche zum Opfer. Danach gab es eine Kampagne zur Verbesserung der Landwirtschaft. Es wurden Anlagen zur Berieselungsbewässerung installiert. Damit haben die Bauern nun zwei Ernten im Jahr, können mehr verkaufen und Gewinne erzielen. Dies bildete die Grundlage für die Entwicklung regelrechter Familienfirmen, die in einem nächsten Schritt mit der Legehennenzucht in speziellen Zuchtställen begannen. Im vergangenen Halbjahr haben wir, schon um unseren Rückzug aus dem Dorf vorzubereiten, visuelle Weiterbildungsmethoden angewendet. Damit dies effektiv erfolgen kann, wurde die Gemeinde mit einem Fernsehgerät und einem VHS-Videogerät und anderem Zubehör ausgestattet. Diese Anschaffung tätigten wir nach ausführlicher Diskussion in der Gemeinde. Die meisten der Bauern sind nicht in der Lage, mündliche Vorträge ausreichend gut zu verstehen, während sich visuelle Ausbildungsmethoden als wirkunsvoll erwiesen. Deshalb die Videoausrüstung, die zur Zeit für verschiedene Weiterbildungszwecke verwendet wird. Jetzt stehen uns noch die letzten 400 Dollar zur Verfügung, über deren Verwendung wir noch nicht entschieden haben. Die Diskussion mit den Mitgliedern der Bauerngemeinde, wie diese Mittel am besten eingesetzt werden können, ist im Gange; wir werden zu gegebener Zeit über die Verwendung berichten.

Soviel für diesmal, wir hoffen bei unseren Aktivitäten zur Hilfe für bedürftige Menschen auf weitere Erfolge.

Hochachtungsvoll,

Mario, Ruth, Angelit und Holger Cornelius Morvelí

Bericht aus Camaná

Wie Euch allen bekannt ist, arbeiten wir hier in der Volksküche El Buen Samaritano. Begünstigt werden durch diese Aktion die Menschen, die hier leben, sowie Landarbeiter. Die Hauptprobleme dieser Menschen sind Ernährung und Gesundheit. Wir haben das erkannt und versuchen ihnen diese Last zu erleichtern, indem wir ihnen ein aus Suppe und Hauptgericht bestehendes Menu zu einem symbolischen Preis von zwei Soles [ca. 1,20 DM] anbieten.

Das durch den Verkauf der Menus eingenommene Geld wird verwendet, um am nächsten Tag wieder Lebensmittel zu kaufen. Täglich werden 15 bis 20 Personen verpflegt.

Die Volksküche ist von Montag bis Freitag geöffnet. Gegen 7.30 Uhr morgens fahren wir zum Markt, der weit entfernt ist, so daß wir Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel haben. Von 9.00 bis 11.00 Uhr Zubereitung der Mahlzeiten, von 11.00 bis 13.00 Uhr Ausgabe der Mahlzeiten, von 13.00 bis 14.00 Uhr Geschirrspülen und Reinigung.

Der Erfolg unserer Arbeit ist, daß teilweise das Ernährungsproblem der Landarbeiter gelöst werden konnte. El Buen Samaritano ist bekannt für den Geschmack und die Nahrhaftigkeit seiner Mahlzeiten. Die Leute sind dankbar für diesen Dienst, der ihnen angeboten wird.

Unsere Ziele sind, noch mehr Menschen zu erreichen, ganz kostenlose Mahlzeiten an mittellose Menschen auszugeben und den Dienst auf Frühstück und Abendessen auszuweiten.

Wir benötigen derzeit einen Schrank zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Geschirr, sowie fianzielle Hilfen für die Menschen, die gemäß dem angegebenen Arbeitsplan bei El Buen Samaritano mitarbeiten.

Am 27. Januar kamen Regine und Nic zum zweiten Mal nach Camaná, wo sie mit uns den Tag verbrachten. Bei dieser Gelegenheit konnten wir mit ihnen über unser Bedürfnis sprechen, zu arbeiten, um unseren Nächsten zu helfen. Das Resultat dieses Gesprächs und der Vermittlung durch Regine und Nic war es, daß wir einen wertvollen Beitrag zur Ausstattung unserer medizinischen Ausrüstung erhalten haben, mit der wir hier parallel arbeiten. Leider konnten Regine und Nic aus gesundheitlichen Gründen nicht länger bei uns bleiben.

Am 7. März kam Godela zu uns, und blieb bis zum 15 März. Ihr Beitrag zu unserer Arbeit war erstklassig, wir konnten viele Erfahrungen austauschen. Sie kennt die Verhältnisse, in denen wir leben, wirklich gut. Wir sind ihr sehr dankbar.

Wir danken von ganzem Herzen an erster Stelle Gott, aber auch Euch, den Leitern von El Buen Samaritano in Deutschland und in Perú, daß Ihr den Dienst am Nächsten möglich macht und so zur teilweisen Lösung der großen Armutsprobleme beitragt.

Paola Huamaní Guevara und Saul Porras Ventocilla

Bericht über die medizinische Arbeit

zuständig: Hebamme Paola Huamaní Guevara

Alle, die uns besucht haben, kennen unsere große Bereitschaft und Berufung zum Dienst, um den Menschen in diesem so wichtigen Bereich der Gesundheit zu helfen. Wir haben, seit wir unsere Studien abgeschlossen haben, zu jeder Zeit geholfen, wenn auch aus Mangel an Mitteln in sehr beschränktem Maße.

In ganz Camaná gibt es 42 menschliche Ansiedlungen, denen auf dem Gesundheitssektor ein Krankenhaus und drei Medizinstationen zur Verfügung stehen. Private medizinische Dienste sind sehr teuer.

Angesichts dieser Situation und mit dem tiefen Wunsch, etwas beizutragen, haben wir uns die folgenden Ziele gesetzt:

Kurzfristig können wir bereits anbieten: Notfalldienst, Setzen von Injektionen, einfache Behandlungen, Informationen zur Gesundheitsvorsorge, Schwangerschaftsbetreuung, Geburtshilfe.

Mittelfristig streben wir die komplette Ausstattung der Hebammenpraxis und des Verbandskastens an, die wir dank der Unterstützung durch Regine und Nic ins Werk setzen konnten. Obwohl wir einige Dinge hinzugefügt haben, die wir hier hatten, fehlen immer noch wichtige Dinge.

Langfristig möchten wir unsere Arbeit auf die anderen menschlichen Ansiedlungen ausdehnen und dort Gesundheitskampagnen machen. Dabei sollen mindestens 60% der Kosten für Medikamente bezuschußt werden, denn die meisten Patienten brechen ihre Therapien aus Kostengründen ab.

Um unsere Ziele zu verwirklichen brauchen wir: Medikamente, einen gynäkologischen Behandlungsstuhl, fehlende Ausstattungsgegenstände für die Praxis und den Verbandskasten.

Wir danken Dr. Ulrich, Dr. Susanne, Regine, Nic, Nics Vater und allen anderen, die es möglich gemacht haben, daß die gynäkologischen Instrumente nach Camaná kamen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie groß meine Freude war, als ich sie sah.

Ich erhielt sie am 24. Juni; Saul war nach Lima gefahren, um sie zu holen.

Bericht aus Chimbote

Wir grüßen Euch in dem wunderbaren Namen unseres lieben Gottes und Erlösers Jesus Christus.

Vor allem anderen wollen wir uns Euch vorstellen. Wir sind eine Missionarsfamilie und arbeiten auf dem Gebiet der Lehre des Wortes Gottes und der moralischen Bildung für wirtschaftlich schwache Familien und für verwahrloste Kinder durch Kindertheater, Radio, Vorträge und Versammlungen. Wir haben eine zehnjährige Tochter namens Jael Sarvia.

Seit 1996 arbeiten wir in dieser ganzheitlichen Mission in der Stadt Chimbote in der Provinz Ankash, etwa 420 Kilometer nördlich von Lima. Unser Hauptaktionsgebiet ist einer der ärmsten Slums der Stadt, der durch etwa 300 Familien gebildet wird, die aus den Anden, aus dem Urwald und Südperú stammen.

Unser Programm enthält pädagogische und religiöse Unterweisung für sechs- bis zwölfjährige Kinder, jeden Samstag von 15 bis 17 Uhr in unserem provisorischen Gemeindehaus. An 30 bis 40 Kinder im Schulalter geben wir einmal wöchentlich von 17 bis 18 Uhr nachmittags ein Vesper aus, das aus zwei Butterbrötchen und einer Tasse Haferbrei mit Milch (und zwar guter Milch) für jedes Kind besteht. Zu bestimmten Zeiten zeigen wir pädagogische Videofilme für die Kinder und anschließend sprechen wir mit ihnen über die Filme. Weiterhin machen wir Kindertheater mit Puppen und Clowns. Auf missionarischem Gebiet betreiben wir Familienevangelisation, und Samstags von 9 bis 10 Uhr haben wir eine Radiosendung mit christlicher Botschaft, die Die Stunde zum Glücklichsein heißt und von unserer Tochter Jael geleitet wird.

Wir danken für die Sonderspenden für unsere Arbeit. Eine betrug US-$ 75,00, und die andere US-$ 150,00. Diese Mittel erlaubten es uns, das Vesper für die Kinder zu verbessern früher finanzierten wir es ganz aus eigener Tasche, und die Portionen waren kleiner.

Wir hoffen entsprechend Eurer Möglichkeiten auch in Zukunft Unterstützung zu bekommen.

In Christus Eure

Betty, Jael und Enrique Tenorio, Missionare

 


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