EL BUEN SAMARITANO e.V.

Absage der Deutschlandreise Elizabeth Castros

Elizabeth Castros Deutschlandreise war für die Zeit vom 28. März bis zum 26. Mai 2018 geplant.

Die Reise musste abgesagt werden, weil mit unserer Schule ein gravierendes administratives Problem aufgetreten ist, dessentwegen Elizabeth in Perú bleiben muss. Dieses Problem möchte ich erläutern.

Leider müssen somit alle vereinbarten Termine abgesagt werden, außer der Mitgliederversammlung am 19. Mai 2018, die trotzdem stattfinden soll.

Das Flugticket wurde storniert; laut mündlicher Zusage der Fluggesellschaft wird uns etwa die Hälfte der Kosten erstattet.

Es tut mir sehr leid für die Zeit und Arbeit, die viele Mitglieder und Unterstützerinnen und Unterstützer in die Organisation von Elizabeths Aufenthalt gesteckt haben. Auch meine und unsere Enttäuschung ist riesengroß.

Auf der anderen Seite ist es erfreulich, dass die gemeinsame Vorbereitung der Reise so gut geklappt hat, wirklich sehr viele interessante Termine geplant werden konnten und es sicher zu vielen guten und fruchtbaren Begegnungen gekommen wäre. Ein Vereinsmitglied hat vorgeschlagen, das Ganze als Generalprobe zu betrachten und die Organisation dann, wenn die Reise nachgeholt wird, wieder genau so gut oder noch besser hinzukriegen.

Diese Sichtweise will ich mir gern zu Eigen machen. Es gilt also: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Die Reise wird auf jeden Fall nachgeholt – entweder sehr bald, innerhalb des ursprünglich geplanten Zeitraums, wenn das administrative Problem kurzfristig gelöst werden kann, oder zu einem späteren Zeitpunkt.

Bei aller Enttäuschung hier auf unserer Seite bleibt zu bedenken, dass Pläne nun einmal fehlschlagen können, und dass es schlimmeres gibt als ein paar abgesagte Vortragstermine. Für Elizabeth ist es viel schlimmer, denn für sie war die Reise nach Europa eine einmalige Gelegenheit, von der sie ihr ganzes Leben bisher bestenfalls träumen konnte. Auch sie ist maßlos enttäuscht. Aber sie muss die aktuellen Probleme jetzt lösen. Sie hat keinen Moment lang mit der Entscheidung gezögert, dass das Vorrang hat.

Was ist vorgefallen?

Die Schulaufsichtsbehörde hat Elizabeth den Zugang zum elektronischen Registrierungssystem für die Schülerinnen und Schüler gesperrt.

Dieses Registrierungssystem ist eine zentrale Datenbank, in der seit 2011 alle schulpflichtigen Kinder Perús mit ihren persönlichen Daten während ihrer ganzen Schullaufbahn verwaltet werden. Die Direktorinnen und Direktoren aller staatlichen wie privaten Schulen müssen in diesem System die schulischen Abschlüsse aller Schulkinder dokumentieren und sie zu Schuljahresbeginn und -ende in der Schule an- oder ggf. abmelden.

Das heißt, die über 500 Kinder in unserer Schule sind derzeit nicht ordentlich bei einer Schule angemeldet, womit sie auf dem Papier gegen die Schulpflicht verstoßen und was spätestens dann zu einem Problem wird, wenn sie – aus welchem Grund auch immer – die Schule wechseln wollen oder müssen.

Das Hauptproblem, wegen dessen Elizabeth nun nicht nach Deutschland gereist ist, sind (bzw. haben) jetzt die etwa 45 Kinder, die unsere Schule mit Ende des letzten Schuljahres verlassen haben, weil sie die sechste Klasse abgeschlossen haben und jetzt in eine Sekundarschule gehen müssen. Diese Kinder können wegen der Sperrung des Systems nicht offiziell von unserer Schule abgemeldet werden und es kann nicht im System vermerkt werden, dass sie die Primarschule erfolgreich abgeschlossen haben. Infolgedessen können sie nicht offiziell in eine andere Schule eingeschrieben werden, was im Extremfall zur Folge haben kann, dass sie – trotz Schulpflicht – nicht mehr in die Schule gehen können, so absurd das klingt.

Aktuell sind zwar alle unsere Absolventinnen und Absolventen in weiterführenden (staatlichen oder privaten) Schulen untergekommen, aber alle nur provisorisch. Das bedeutet, dass sie aktuell keine offiziellen Leistungsnachweise erwerben können und dass sie von den Direktorinnen und Direktoren der Schulen, an denen sie jetzt sozusagen als geduldete Gastschülerinnen und Gastschüler lernen, jederzeit vom Unterricht ausgeschlossen werden können. Je länger dieser Zustand andauert, desto prekärer wird diese Situation.

Damit die Kinder überhaupt in die weiterführenden Schulen aufgenommen wurden, musste Elizabeth persönlich bei den verschiedenen Schulen vorsprechen und den Direktorinnen und Direktoren die Situation erklären und ihnen versichern, dass das Problem schon bald gelöst sein würde. Sie stieß dabei auf viel Verständnis, denn Probleme mit der Schulaufsichtsbehörde kennen alle Schulen. Zugleich müssen die Direktorinnen und Direktoren aber ihrerseits Sanktionen durch die Schulaufsichtsbehörde befürchten, wenn sie Kinder ohne reguläre Einschreibung in ihrer Schule haben (und im Falle der Privatschulen natürlich auch Schulgebühren für sie kassieren). Deshalb muss Elizabeth nun immer öfter aufs Neue zu den verschiedenen Schulen fahren und die Direktorinnen und Direktoren bitten, sich weiter zu gedulden, bis ihr die Schulaufsichtsbehörde den Zugang zum Registrierungssystem wieder freischaltet.

Für die betroffenen Kinder selbst ist die Situation auch sehr unangenehm. Sie bekommen in ihrer neuen Schule zu hören, dass sie nicht richtig dazugehören, und werden diskriminiert. Natürlich sind auch die Eltern dieser Kinder nervös und fordern – durchaus verständlicherweise – von Elizabeth, dass sie als Direktorin ihre Kinder ordnungsgemäß abmeldet, damit sie in ihren neuen Schulen ordnungsgemäß angemeldet werden können.

Solange dieses Problem nicht gelöst ist, kann Elizabeth unmöglich verreisen. Sie würde damit unsere Absolventinnen und Absolventen ihrem Schicksal überlassen und sich dem Verdacht aussetzen, sie sei vor der Situation geflohen und habe sich ins Ausland abgesetzt. (Tatsächlich gab es schon solche Gerüchte, als sie kürzlich wegen Behördengängen einen ganzen Tag lang nicht in der Schule gesehen wurde.)

Aufgrund früherer Erfahrungen mit der Schulaufsichtsbehörde sind Elizabeth und ich bis vor wenigen Tagen davon ausgegangen, dass sich das Problem lösen lassen und Elizabeth würde reisen können. Immerhin konnte Elizabeth das Registrierungssystem seit seiner Einführung 2011 immer problemlos nutzen, trotz der bekannten Probleme. Leider haben wir uns geirrt.

Wie ist es dazu gekommen?

Das eigentliche Problem ist nicht neu, sondern schon viele Jahre alt. Bekanntlich mussten wir 2006 den damaligen Leiter der Arbeit in Perú, Telmo Casternoque, von seinen Aufgaben entbinden, nachdem er uns faktisch die Zusammenarbeit gekündigt und nachweislich in großem Umfang Spendengeld unterschlagen hatte.

Es gelang damals aber nicht, bei allen für die Schule auf die eine oder andere Art zuständigen Behörden die Eintragungen auf die neue Leitung der Schule umschreiben zu lassen. Bis heute ist in den Unterlagen der Schulaufsichtsbehörde Telmo Casternoque bzw. der von ihm gegründete peruanische Verein "El Buen Samaritano del Perú" als Inhaber und Geschäftsführer der Schule eingetragen.

Im ► 58. Rundbrief auf den Seiten 31 bis 33 haben wir diesen Sachverhalt zuletzt ausführlich geschildert.

Seit rund zwölf Jahren funktioniert unsere Schule nun also schon ohne formelle Betriebserlaubnis, bzw. auf der Grundlage einer Betriebserlaubnis, die auf jemanden ausgestellt ist, der die Schule gar nicht betreibt. Für Elizabeth persönlich ist das sehr unangenehm und beschwerlich. Immer wieder gerät sie in Situationen, in denen sie die Sachverhalte erklären und dokumentieren muss, und die fehlende behördliche Anerkennung als Schuldirektorin bereitet ihr ständig Schwierigkeiten, namentlich bei der Interaktion mit Behörden.

Deshalb kämpft sie seither an vielen verschiedenen Fronten darum, dass die Behörden die Betriebserlaubnis auf den gemeinnützigen peruanischen Verein El Niño Jesús übertragen. (Dieser Verein wurde von Elizabeth gemeinsam mit Dr. Ulrike Sallandt als juristischer Träger der Schule gegründet, siehe auch hierzu ► 58. Rundbrief, S. 31.) Bis heute waren Elizabeths Mühen leider erfolglos.

Auf der anderen Seite hat sich die Situation im Laufe der Jahre immer weiter stabilisiert und verfestigt, und die eigentliche Arbeit der Schule wurde nicht beeinträchtigt. Ganz im Gegenteil, wie in den Rundbriefen der letzten Jahre nachzulesen ist, hat sich die Schule prächtig entwickelt und sie funktioniert heute in organisatorischer, wirtschaftlicher und pädagogischer Hinsicht erfolgreicher als je zuvor. Und trotz aller Unannehmlichkeiten, die die administrativen Probleme vor allem für Elizabeth bedeuten, war der Zustand nach all den Jahren zu einer Art Normalität geworden. Das, worauf es letztlich ankommt, funktionierte ja.

Es ist in all den Jahren das erste Mal, dass sich die administrativen Probleme der Schule unmittelbar auf unsere Schulkinder auswirken.

Probleme mit der Schulaufsichtsbehörde gab es über die Jahre hin indes immer wieder. Unzählige Male hat Elizabeth mit oder ohne anwaltliche Unterstützung schon beantragt, dass die Betriebserlaubnis endlich umgeschrieben und somit den schon seit so vielen Jahren bestehenden Tatsachen Rechnung getragen werde. Unzählige Male wurden von der Behörde schon alle möglichen Nachweise gefordert und von Elizabeth vorgelegt. Mehrere Male waren Vertreter der Behörde in der Schule, um sich davon zu überzeugen, dass die Schule ordnungsgemäß geführt und betrieben wird, und jedes Mal war das Ergebnis positiv, Elizabeth wurde für ihre hervorragende Arbeit gelobt und eine baldige Lösung der administrativen Probleme in Aussicht gestellt. Schon oft wähnte sich Elizabeth beinah am Ziel – und jedes Mal kam es dann doch wieder anders.

Mehr als einmal ist es schon vorgekommen, dass das Personal der Schulaufsichtsbehörde von einem Tag auf den anderen ausgetauscht wurde. Für Elizabeth bedeutet das jedes Mal "Zurück auf Los", wieder neuen Leuten alles erklären, dokumentieren usw. Solche plötzlichen Personalwechsel stehen meist im Zusammenhang mit Änderungen in der großen Politik. Neue Machtverhältnisse machen es jeweils erforderlich, dass andere Parteigänger Pöstchen erhalten. Nepotismus und Korruption sind in Perú (wie in vielen anderen Ländern) sehr verbreitet. Erst vor wenigen Tagen ist der Präsident gestürzt worden. Wie alle seine Vorgänger seit den achtziger Jahren soll er wegen Korruption angeklagt werden. (Die Presse berichtete.) Es ist also zu erwarten, dass es bald wieder neues Personal gibt.

Warum gerade jetzt?

Wir wissen nicht, warum das Problem gerade jetzt, ausgerechnet zum Zeitpunkt der geplanten Reise, in dieser Weise eskaliert.

Aus Telmo Casternoques Umfeld scheint der Impuls dieses Mal nicht gekommen zu sein. Es gibt seinen Verein "El Buen Samaritano del Perú" zwar noch, aber Telmo Casternoque selbst scheint dort nicht mehr viel zu sagen zu haben und möglicherweise hat er inzwischen auch resigniert.

Eher sieht es so aus, dass sich ein neuer Abteilungsleiter in der Schulaufsichtsbehörde als besonders hart und konsequent profilieren möchte: Die Schule hat keine reguläre Betriebserlaubnis, die Direktorin ist nicht offiziell als Direktorin anerkannt, also wird ihr der Zugang zum Registrierungssystem gesperrt. Dass hierdurch letztlich Kinder daran gehindert werden können, ihrer Schulpflicht nachzukommen, spielt dabei offenbar überhaupt keine Rolle, was schon bizarr ist, wenn man bedenkt, dass es ja gerade eine der Aufgaben der Schulaufsichtsbehörde ist, über die Befolgung der Schulpflicht zu wachen.

Was dieser neue Abteilungsleiter letztlich erreichen möchte, wissen wir nicht. Durch die Maßnahme der Sperrung des Zugangs zum Registrierungssystem soll offenbar Druck auf Elizabeth bzw. unsere Schule ausgeübt werden. Vielleicht wird erwartet, dass Schmiergeldzahlungen angeboten werden? Schließlich ist eine Privatschule mit 500 Kindern ein einträgliches Geschäft (wenn normale Schulgebühren kassiert werden), und Unterstützung aus Deutschland gibt es auch noch, also muss es Geld in Hülle und Fülle geben. (Dass dem nicht so ist, legen unsere ► Finanzberichte offen.) In der Vergangenheit wurde Elizabeth schon mehrfach signalisiert, dass den administrativen Problemen gegen eine Geldzahlung abgeholfen werden könnte. Einmal wurde auch ein Betrag von mehreren tausend Euro genannt.

Nun sind diese Behördenprobleme ein wirklich großes und störendes Ärgernis, und das Wohl unserer Schulkinder muss unsere allerhöchste Priorität haben, aber Schmiergeld zu zahlen kommt unter keinen Umständen in Frage.

  • Wir würden dadurch ein verabscheuungswürdiges korruptes System unterstützen.
  • Wir hätten das Risiko, das man bei jeder Bestechung hat: Wenn der beabsichtigte Effekt ausbleibt, stehen einem keine Rechtsmittel zu Gebote.
  • Wir müssten damit rechnen, dass die Schulaufsichtsbehörde bald darauf wieder etwas zu bemängeln findet, vielleicht die zu kleinen Klassenzimmer oder sonst irgendeinen Sachverhalt, den sie als Regelverstoß werten kann, um dann erneut auf eine Schmiergeldzahlung zu warten.

Und schließlich wäre es einfach zu abwegig, wenn wir als ausländische gemeinnützige Organisation an peruanische Behördenvertreter dafür Schmiergeld bezahlen würden, dass wir armen peruanischen Kindern helfen dürfen. Nein, das wäre wahrlich schwer zu vermitteln.

Was können wir tun?

Die Schulaufsichtsbehörde will Druck ausüben (wenn wir auch, wie gesagt, eigentlich nicht genau wissen, was sie mit diesem Druck erreichen will) und sie hat sich sogar mit einer E-Mail an mich gewandt, in der ich aufgefordert wurde, angesichts der juristischen Probleme der Schule "die notwendigen Schritte zu unternehmen". Ich schrieb zurück und stellte klar, dass wir von der Situation Kenntnis haben und Elizabeth unsere Unterstützung hat. Ich erklärte außerdem, dass wir unbedingt sofort alle möglichen Schritte unternehmen würden, wenn wir nur wüssten, was für Schritte das sein sollten, und ich bat die Behörde darum, uns mitzuteilen, was denn zu tun sei, um den Problemen endlich und dauerhaft abzuhelfen.

Zurück kam der Vorschlag, wir sollten uns mit der anderen Einrichtung, dem peruanischen Verein "El Buen Samaritano del Perú" einigen. Ich schrieb zurück und erläuterte, dass und warum wir uns nach nunmehr zwölfjähriger Erfahrung von diesem Lösungsansatz nicht viel versprechen können.

Elizabeth gegenüber äußerten sich Beamte der Schulaufsichtsbehörde immerhin respektvoll, da sie offenbar die volle Unterstützung und das volle Vertrauen ihrer deutschen Förderorganisation habe.

Darüber, ob es etwas bringen würde, wenn ich nach Perú reisen und dort das Gespräch mit den Behörden oder vielleicht gleich mit dem Ministerium suchen würde, mag man zu unterschiedliche Einschätzungen kommen. Auf die Schnelle könnte ich so eine Reise aus beruflichen Gründen kaum realisieren, und meine eigene Einschätzung ist, dass ich wohl nicht allzu viel erreichen würde, schon allein deshalb, weil El Buen Samaritano e.V. zwar eine sicher ehrenwerte aber doch sehr kleine und wenig bedeutende Organisation ist.

Leider bleibt mir und wohl uns allen unter diesen Umständen nichts anderes übrig, als abzuwarten und der Dinge zu harren, was allerdings kein sehr gutes Gefühl ist.

Was kann Elizabeth tun?

Elizabeth bemüht sich an allen möglichen Fronten um eine Lösung:

  • Sie bleibt im Gespräch mit der Schulaufsichtsbehörde, erläutert die Situation, legt geduldig Nachweise und Dokumente vor, die gefordert werden.
  • Sie hat sich um einen persönlichen Zugang zu jenem strikten Abteilungsleiter bemüht, indem sie ehemalige Kollegen, einen ehemaligen Chef und sogar seine Schwester ausfindig gemacht und mit allen persönlich gesprochen hat. Leider wurde ihr von allen beschieden, dass sie sich außerstande sehen, auf diesen Herrn einzuwirken.
  • Sie hat vor Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt, die sie mit den unveräußerlichen Rechten der Kinder begründet hat. Wegen eines Streiks im Justizwesen ist ihr Antrag bislang nicht bearbeitet worden.
  • Sie hat das Gespräch zu Telmo Casternoque und zu den gesetzlichen Vertretern seines Vereins "El Buen Samaritano del Perú" gesucht und tatsächlich sowohl mit Telmo Casternoque wie auch mit der Vorsitzenden des Vereins und dem von diesem Verein gegenüber der Schulaufsichtsbehörde pro forma als Direktor benannten Herrn persönlich gesprochen. Das Ergebnis war ernüchternd und ließ schnell erkennen, dass zumindest eine rasche Lösung nicht erzielbar sein würde, auch nicht für das aktuell brennende Problem der 45 Kinder, dem gegenüber sich diese Gesprächspartnerinnen und -partner vollkommen gleichgültig zeigten. Offenbar bleibt dieser Verein seinem Daseinszweck, zu versuchen sich die Schule anzueignen, treu, was auch zu erwarten war.
  • Sie hat die Eltern der betroffenen Kinder dazu veranlasst, eine Petition mit allen Unterschriften an die Schulaufsichtsbehörde zu richten. Die Schulaufsichtsbehörde hat diese Petition angenommen und zugesagt, schon bald darüber zu befinden.
  • Am kommenden Montag (2. April 2018), der in Perú kein Feiertag ist, findet eine Elternversammlung mit allen Eltern statt. Hier wird es Elizabeths Aufgabe sein, den Eltern die Situation richtig zu erklären, damit sie verstehen, dass Elizabeth an der Situation nicht schuld ist und es vor allem nicht selbst in der Hand hat, ihr abzuhelfen. Viele Eltern haben das längst verstanden und sie werden bei der Versammlung fordern, dass alle gemeinsam zur Schulaufsichtsbehörde ziehen und dort ihrer so berechtigten Forderung lautstark Ausdruck verleihen.

Ein solcher Aufmarsch, zu dem die Presse und Fernsehkanäle eingeladen würden, ist in der Tat ein weiteres Mittel, das ergriffen werden kann und das sicher auch Wirkung zeigen würde. Jedoch ist nicht leicht vorauszusagen, was für eine Wirkung das wäre, wie auch der Verlauf so einer Aktion schwer planbar und steuerbar ist. Elizabeth ist deshalb sehr vorsichtig und würde zu diesem Mittel sicher erst dann greifen wollen, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Letztlich will und muss sie ja mit der Behörde im Gespräch bleiben und auch auf lange Sicht mit ihr zusammenarbeiten.

Wie geht es weiter?

Meine Einschätzung aus sehr vielen Telefonaten mit Elizabeth in den letzten Tagen (und Nächten) ist, dass sie es richtig macht. Und meine Prognose ist, dass das akute Problem des Zugriffs auf das Registrierungssystem in nicht allzu ferner Zukunft gelöst werden wird, denn den Mut, über 500 Kinder in ihrem Recht auf Bildung zu beeinträchtigen, wird in letzter Konsequenz denn doch niemand aufbringen.

Das eigentlich zugrundeliegende Problem wird jedoch möglicherweise fortbestehen, und wir werden uns bei der Mitgliederversammlung fragen müssen, wie wir damit umgehen wollen. Elizabeth erneut einzuladen würde prinzipiell das Risiko mit sich bringen, dass sie wieder wegen aus diesem Problem resultierenden Schwierigkeiten nicht reisen könnte, auch wenn ein solches Problem nun in all den Jahren bisher nur dieses eine Mal aufgetreten ist. Und Gründe, wegen derer eine Reise scheitert, können gewiss vielfältiger Art sein.

Noch einmal möchte ich allen, die sich mit so viel Engagement und Mühe für Elizabeths Reise eingesetzt haben, von ganzem Herzen danken!

München, den 29. März 2018
Holger von Rauch